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11. Pflügerwettbewerb Westmecklenburgs : Bauern behalten Bodenhaftung

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11. Pflügerwettbewerb Westmecklenburgs - Das erwartete, sehenswerte Spektakel: In Sülte zeigten am Sonnabend Landwirte wie der Boden mit dem Pflug bearbeitet wird. Mehr als 2500 Schaulustige verfolgten den Wettbewerb.

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erstellt am 16.Apr.2012 | 09:57 Uhr

Es war das erwartete, sehenswerte Spektakel – mit fachlich fundiertem Hintergrund: Auf einem Acker hinter der Kartoffelhalle Sülte zeigten am Sonnabend Landwirte aus ganz Westmecklenburg, wie der Boden mit dem Pflug bearbeitet wird. Mehr als 2500 Zuschauer folgten der Einladung der drei Kreisbauernverbände zum elften Pflügerwettbewerb Westmecklenburgs. Der Vormittag gehörte dabei der modernen Landwirtschaft: Elf Landwirte und fünf Auszubildende zeigen beim Dreh- oder Beetpflügen ihr Können. Später waren die Oldtimer an der Reihe: 15 alte Zugmaschinen – darunter Aktivist, Lanz Bulldog, Deutz, MTS 50 und Hanomag – waren im Einsatz. Und nicht nur die Juroren achteten streng auf Genauigkeit. Auch die Zuschauer nahmen jede Furche unter die Lupe. Denn nach dem Pflügen soll schließlich ein sauberes Beet für die Aussaat zu sehen sein. Wurzeln und andere Überreste der vorigen Feldfrucht dürfen nicht an der Oberfläche zurück bleiben, die vorgegebene Tiefe muss eingehalten werden, gerade und gleichmäßige, dicht aneinander liegende Furchendämme sind gefordert.

„Ich bin mit meinem Beet ganz zufrieden“, sagte Denise Piehl aus Alt Schlagsdorf nach dem zweistündigen Einsatz auf dem Acker. Ein Defekt an ihrem Drehpflug brachte die 20-Jährige kurzzeitig aus dem Konzept, sorgte für ein paar Unebenheiten. Das war einfach Pech. Die Kontrahenten bescheinigten Denise Piehl durchweg aber eine sehr solide, sehenswerte Leistung und gratulierten lange vor der Auswertung: Die angehende Betriebswirtin war die einzige Frau im Starterfeld. Denise Piehl hat ihren Beruf von der Pike auf gelernt und auch schon auf dem Hof ihres Onkels in Alt Schlagsdorf mitgearbeitet. „Wenn Frauen in der Landwirtschaft arbeiten, dann meist in der Tierproduktion“, erzählt die 20-Jährige. „Ich mag aber lieber den Pflanzenbau – auch die Technik.“ Nach abgeschlossener Lehre will sie nun staatliche anerkannte Agrarbetriebswirtin werden. Das läuft auf einen Führungsjob in der Landwirtschaft hinaus. „Ich will aber auf keinen Fall den Bezug zur Praxis verlieren“, betont die junge Frau. Auch deshalb stellt sie sich diesem Wettbewerb. Und das nicht allein. Ebenfalls auf dem Acker tritt ihr Freund Tobias Lewke für den Landwirtschaftsbetrieb von Klaus Piehl an. Der 20-Jährige studiert in Neubrandenburg Agrarwissenschaften. Auch für ihn ist es wichtig, dass die Bodenhaftung bestehen bleibt. Was das junge Paar auf sich bezieht, gilt für die gesamte moderne Landwirtschaft. Denn die ist heute nicht mehr mit der vor 50 oder 100 Jahren zu vergleichen. Dieses einem breiten Publikum deutlich zu machen und für die heutige Agrarwirtschaft zu werben, ist Hintergrund für den Pflügerwettbewerb. Den diesjährigen Ausrichtern von der Agp Lübesse und vom Kreisbauernverband Ludwigslust ist das am Sonnabend in Sülte eindrucksvoll gelungen.


Ergebnisse



Torsten Schönsee aus Karbow holt Gesamtsieg

Im vorigen Jahr in Grambow erreichte Torsten Schönsee von der Karbower Agrargenossenschaft (bei Lübz) Platz 2 beim Beetpflügen. In diesem Jahr gewann er nicht nur diese Teildisziplin. Seine 87 Punkte (von 100 möglichen) waren der Spitzenwert in beiden Wertungen. Daher wurde Torsten Schönsee zum Gesamtsieger gekürt.

Auf das Siegertreppchen kamen:
Beetpflügen: 1. Torsten Schönsee, Karbower Agrargenossenschaft, 2. Sebastian Wolzin Agp Lübesse, 3. Sebastian Giese, Pflanzenbau Warin
Drehpflügen: 1. Franz Tralau, LWB Tralau, Hohen Schönberg, 2. Marcel Fröhling, LWB Grevesmühlen, 3. Magnus Hansen, SD Land- und Forstwirtschaft, Brook
Auszubildende: 1. Franz Tralau, LWB Tralau, Hohen Schönberg, 2. Kai Bothe, Agp Lübesse, 3. Martin Groß, Fink-Dienstleistungen, Klüssendorf.

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