Parchim : Bald wieder freie Fahrt für Skipper

Uwe Winkler von der gleichnamigen Charterfirma hat in Garwitz bis zum Saisonstrat noch viel Arbeit.  Fotos: Wolfried Pätzold
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Uwe Winkler von der gleichnamigen Charterfirma hat in Garwitz bis zum Saisonstrat noch viel Arbeit. Fotos: Wolfried Pätzold

Vorbereitungen auf Wasserstraßen weitgehend beendet. Heute letzter Testlauf für Schleusen. Klimaanlage für Hubbrücke in Plau

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21. März 2016, 14:13 Uhr

Es sollte eine Osterüberraschung für die Skipper  werden. Nicht wie seit langem geplant und seit Jahren üblich am 1. April, sondern bereits zum in diesem Jahr ziemlich frühen Osterfest sollte eigentlich die Elde-Müritz-Wasserstraße durchgehend befahrbar sein. Auch wenn sich erst wenige Wassersportfans so früh in die  neue Saison starten wollen, müssen sich alle nun doch noch etwas gedulden. „Die Reparatur nach dem Dammbruch beim Störkanal  ist noch nicht abgeschlossen. Bis Ende März wird dort aber die Freizeitschifffahrt  wieder möglich sein“, so David Borchert als Chef des Parchimer Außenbereiches des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg. Nördlich von Neustadt-Glewe war im Februar ein von Nagern zerlöcherter Damm urplötzlich gebrochen (wir berichteten). Der Damm war auf drei Metern Höhe weggespült worden.

Heute sollen die letzten Testläufe für den automatischen Schleusenbetrieb in der Steuerzentrale vis-a-vis der Parchimer Stadtschleuse erfolgen. In den zurückliegenden Wochen war die Technik gewartet worden. In der Barkower Schleuse musste am oberen Schütz nachgebessert werden. Nachdem die Plauer Hubbrücke, die in diesem Sommer ihren 100. Geburtstag feiert, bereits neue Planken bekommen hat, gibt es nun  quasi als Geburtstagsgeschenk noch eine Klimaanlage. „Die Computertechnik, die für den Brückenbetrieb unverzichtbar ist, muss vor starken Temperaturschwankungen geschützt werden. Dafür wird das Betriebshäuschen gedämmt und mit Klimatechnik aufgerüstet“, so David Borchert. Bei technischen Störungen kommt es hier schnell zu einem Stau der Boote, die auf dem Weg zur Mecklenburgischen Seenplatte sind.

Zahlen & Fakten:
Die Müritz-Elde-Wasserstraße  verbindet die Elbe und Mecklenburgischer Seenplatte und über den von der Elde abzweigenden Störkanal auch den Schweriner See. Sie ist eine Bundeswasserstraße der Wasserstraßenklasse  1, für die das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg zuständig ist. Sie beginnt mit  Kilometer  0 in Dömitz. Bei Kilometer 56 zweigt der Störkanal ab. Das Ende der Müritz-Elde-Wasserstraße ist bei Kilometer 180 bei der Ortschaft Buchholz (12 km südlich von Röbel) am Müritzsee. Die Tauchtiefe beträgt zwischen Dömitz und Plauer See 1,20 Meter, auf der übrigen Strecke durch die Mecklenburger Seenplatte, in der sich keine Schleusen mehr befinden, 1,40 Meter. In Spitzenjahren (2009) wurden in Plau am See 7962 Wasserfahrzeuge geschleust. Inzwischen sind die meisten Schleusen auf Selbstbedienung umgestellt worden.

Bereits zum 29. Februar wurden die Holzungen an den Ufern der Elde-Müritz-Wasserstraße beendet. In Abstimmung mit den Naturbehörden soll damit verhindert werden, dass bei späteren Holzungen Brutvögel gestört werden. Derzeit sind Arbeitsboote des Wasser- und Schifffahrtsamtes unterwegs, um vor Ort den Baumschnitt wegzuräumen und zu schreddern. Nahe Malchow wird außerdem der Dammfuß verstärkt.

Ab dem 1. April sind die Schleusen wieder täglich von 9 bis 20 Uhr betriebsbereit. Erwartet werden Skipper aus nah und fern. Auch in den Häfen der Region ist man darauf vorbereitet. Im Garwitzer Hafen sollen am 23. April die im Winterlager liegenden Boote mit einem Kran wieder ins nasse Element gehoben werden. Dort freut sich auch Uwe Winkler vom gleichnamigen Charterunternehmen auf die bevorstehende Saison. Fünf schmucke Hausboote bieten sie für einen Traumurlaub auf dem Wasser an.

Auch Flusskreuzfahrten auf heimischen Gewässern liegen im Trend. Neben der bekannten MS Mecklenburg wird in diesem Jahr erstmals auch das Motorschiff Saxonia auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin in Parchim Station machen.

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