Domsühl : Bahn bittet Domsühler zur Kasse

Den früheren Übergang am Rotdornweg gibt es nicht mehr. Als Ausgleich baute die Bahn einen Radweg. Fotos: Wolfried Pätzold
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Den früheren Übergang am Rotdornweg gibt es nicht mehr. Als Ausgleich baute die Bahn einen Radweg. Fotos: Wolfried Pätzold

Neue Bahnübergänge endlich abgerechnet, Unterstützung für Kommunen vom Land

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23. November 2017, 16:30 Uhr

Vor wenigen Tagen gab es Post von der Deutschen Bahn. „Es kommt ja nicht oft vor, dass man auf eine Rechnung wartet. Aber für unsere Gemeinde ist sie von ganz besonderer Bedeutung“, räumt Bürgermeister Hans-Werner Beck ein. Immer wieder hatte er sich in der Öffentlichkeit enttäuscht gezeigt, dass die fehlende Abrechnung für das längst abgeschlossene Projekt ,Neubau der Bahnübergänge’ die finanzielle Planung in der Gemeinde zunehmend lähmte (wir berichteten). Das jüngste Schreiben hat es in sich. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Da fällt ein ziemlich schwerer Stein vom Herzen“, gibt sich Hans-Werner Beck erleichtert. Das Hickhack von geplanten Kosten, erwarteten Preiserhöhungen, Fördermittelzusagen und Rückstellungen im Gemeindehaushalt hat endlich ein Ende.

Rückblick. Schon vor rund zwölf Jahren hatte die Deutsche Bahn in Aussicht gestellt, die Strecke zwischen Parchim und Schwerin so auszubauen, dass mit Tempo 100 kürzere Fahrzeiten für Berufspendler möglich werden. Zunächst wurden Gleiskörper und Schienen auf Vordermann gebracht. Danach folgte die technische Modernisierung der Bahnübergänge. Städte und Gemeinden entlang der Strecke – darunter Friedrichsruhe und Domsühl – mussten sich finanziell beteiligen. Auf Grundlage des seit Anfang der 1960er Jahre geltenden Eisenbahnkreuzungsgesetzes wurden vor Jahren Vereinbarungen mit den Kommunen geschlossen. „In unserem heutigen Gemeindegebiet ging es ursprünglich um Kosten von mehr als einer Million Euro. Wir waren mit rund 360 000 Euro mit im Boot oder besser Zug“, blickt der Bürgermeister zurück. Und die Situation spitzte sich zu. Die Fördermittelzusagen für den Gemeindeanteil wurden von zunächst 90 Prozent für das Projekt in Severin und 75 Prozent in Zieslübbe auf nur noch 60 Prozent gesenkt. Gleichzeitig signalisierte die Bahn Kostenerhöhungen für den Bau. „Damit wollten wir uns nicht abfinden. Der Landtagsabgeordnete Thomas Schwarz (SPD) hat uns in Schweriner Ministerien Türen geöffnet. Das Klinken putzen hat sich gelohnt“, sagt Hans-Werner Beck. Das Land hat die Gemeinden schließlich nicht im Regen stehen lassen. Mit Sonderzuweisungen konnte der Gemeindeanteil der Domsühler auf knapp 30 000 Euro deutlich gesenkt werden. „Und auch die Bahn stellt nun nur noch 325 000 Euro für die beiden neuen Bahnübergänge in Rechnung. Damit reduziert sich unserer Eigenanteil abhängig von der endgültigen Abrechnung der Fördermittel und wird zwischen 15 000 und maximal 26 000 Euro liegen“, sagt Beck. Dass zusätzlich für den aufgegebenen dritten Bahnübergang am Rotdornweg ein neuer Radweg von Zieslübbe nach Domsühl raussprang, sei ein angenehmer Nebeneffekt für die Dorfbewohner.

„Endlich haben wir finanzielle Klarheit und können neue Projekte ins Auge fassen. Da geht es um Investitionen in die Domsühler Feuerwehr, unsere Dorfgemeinschaftshäuser, die LED-Beleuchtung und die kostenaufwendige Pflege des Baumbestandes“, so Hans- Werner Beck.

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