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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 22:24 Uhr

Parchim : Autos nach Unwetter in der Werkstatt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Drei Tage im Halbstundentakt lässt ein Versicherer durch den Hagel verbeulte Autos von Gutachtern unter die Lupe nehmen.

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Unzählige Autos müssen nach dem Unwetter vom 28. August in Parchim in die Werkstatt. Am letzten Sonntagabend in diesem Sommermonat waren ab 18.30 Uhr teils Hagelkörner in der Größe von Tischtennisbällen auf die Kreisstadt niedergefallen. Seit gestern läuft eine dreitägige Aktion des Versicherers LVM, bei der im Halb-Stunden-Takt beschädigte Autos von Gutachtern unter die Lupe genommen werden. Es sind Kunden aus den Versicherungsbüros von Diana Lantow und Peter Wandschneider.

 

Als Erster fuhr gestern Morgen Alexander Kubez mit seinem Audi auf dem Hof eines Autohauses. Am Tag des Unwetters über Parchim hatte er eine schwarze Wolke heranziehen sehen. „Ich dachte, es ist starker Regen“, so der Bewohner aus der Weststadt. Aber dann prasselten große Hagelkörner herunter. Kubez, der ursprünglich aus Kasachstan stammt, hat in den zwei Jahrzehnten hier in Deutschland noch nie so große Hagelkörner gesehen. Er erinnert sich nur an ein Unwetter in den 1970er Jahren in seiner ursprünglichen Heimat, als noch größere Körner fielen, die Wellasbestdächer zerschlugen. Der gelernte Autoschlosser brachte seinen Audi nach dem ersten Hagelschlag unter dem Dach einer Tankstelle in Parchim in Sicherheit. Dort war er, als der zweite kräftige Schauer niederging. Die Beulen an seinem Auto durch den Hagel, der aufgrund des zeitgleichen Sturms auch von der Seite kam, waren dem Fachmann sofort aufgefallen.

Nicht alle betroffenen Autofahrer hatten sofort den Schaden entdeckt, berichtet Diana Lantow. Oft machten erst später Nachbarn darauf aufmerksam, so dass auch Tage nach dem Unwetter noch Schadensmeldungen kamen.

„Es ist der Hammer.“ So etwas habe sie in den 23 Jahren ihrer Tätigkeit bei der LVM noch nie erlebt, so Diana Lantow, die gestern zusammen mit Peter Wandschneider und Katja Stransky geschädigte Kunden in Empfang nahm. Im ganzen Stadtgebiet hatte der Hagel am 28. August Karosserien und Scheiben an Autos beschädigt. Aber auch Terrassen- und Carportdächer müssen repariert werden. Um den vielen geschädigten Kunden möglichst schnell entgegenzukommen, hatte der Versicherer Gutachter nach Parchim geholt, die die Autos in Augenschein nahmen. Und die Experten fanden teilweise noch mehr Beulen als die Autobesitzer. Mit dem Gutachten können die Reparaturen jetzt zeitnah in Auftrag gegeben werden.

Die Betroffenen hatten gestern übrigens auch die Chance, gleich vor Ort mit einem „Beulendoktor“ zu sprechen. Martin Heinicke, Gebietsleiter von Dent Wizard für Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Brandenburg, hat in diesen Tagen besonders viel in Parchim zu tun. Oft ist die sogenannte smarte Reparatur möglich, allerdings auch nicht in jedem Fall wirtschaftlich.

Wie SVZ erfuhr, wurde auch in den Büros anderer Versicherer eine große Anzahl von Schäden gemeldet. Bei alten Autos, die teils nur noch mit 500 Euro geschätzt werden, ist durch den Hagel in einigen Fallen ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden.

 

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