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Dank an couragierte Parchimerin : Autoknacker zur Strecke gebracht

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Der Anruf einer Frau aus Parchim beendet schlimmste Einbruch-Serie seit Jahren.

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 20:45 Uhr

Es war die nervigste Autoknacker-Serie Parchims. Mehr als hundert Aufbrüche in acht Monaten, der Schaden summiert sich auf rund 50 000 Euro (wir berichteten mehrfach). Weil eine Parchimerin zu nachtschlafender Zeit „einfach mal den Telefonhörer in die Hand nahm und bei der Polizei anrief“, konnten die Beamten den Mann Ende August stellen. Polizeidirektor Ingo Renk, neuer Chef der für Parchim zuständigen Polizeiinspektion Ludwigslust, war das jetzt einen Blumenstrauß und einen Präsentkorb als Dankeschön wert.

„Wir sind auf die Bürger angewiesen“, sagt Ingo Renk, „wenn jemand beobachtet, dass etwas Gefährliches im Gange ist, einfach den Hörer in die Hand nehmen.“ Stelle sich im Nachhinein heraus, dass es sich um einen harmlosen Vorgang handelt, brauche niemand befürchten, dafür kritisiert zu werden. In einem großen Flächenkreis seien solche Hinweise für die Polizeiarbeit wichtig. Wie in dem Parchimer Fall. Der Autoknacker, der seit Anfang 2017 auf Beutezug war, agierte völlig unlogisch, wie die Kripo-Beamten feststellen mussten. Mal schlug er in der Weststadt zu und stahl einen Kinderrucksack. Dann gingen an der Lübzer Chaussee Scheiben zu Bruch. Trotz massivstem Einsatz von nächtlichen Zivilstreifen gelang es nicht, den Täter zu fassen.

Dann kam jene Augustnacht. Die Parchimerin (wir nennen ihren Namen nicht, weil das Verfahren noch läuft) musste mitten in der Nacht raus, um einen Zug zur Arbeitsstelle in Süddeutschland zu bekommen. Beim Blick aus dem Fenster fiel ihr auf, dass draußen jemand mit einer Taschenlampe zickzack von Auto zu Auto lief und in die Fahrzeuge leuchtete. Sofort war klar: Da stimmt etwas nicht: „Der lief da hin und her, da habe ich lieber die Polizei angerufen. ich brauche ja mein Auto noch“, sagt die Parchimerin.

„Diese Taten waren keine Kavaliersdelikte“, betont Polizeichef Ingo Renk, „sie haben das Sicherheitsgefühl der Bürger erheblich beeinträchtigt. Insofern ist es nicht in einem Satz zu sagen, wie dankbar wir der Anruferin sind. Die Festnahme des Verdächtigen hat auch von unseren Beamten den Druck genommen.“ Auch wenn der Tatverdächtige noch nicht verurteilt ist: Die Opfer können wohl nicht damit rechnen, dass ihnen die Selbstbeteiligung beim Kaskoschaden ersetzt wird.

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