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Praxislerntag : Auftritt der Fachleute von morgen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Neuntklässler der Regionalen Schule Marnitz stellten ihre Abschlussarbeiten vor

von
erstellt am 10.Jun.2014 | 16:35 Uhr

„Dein Stand ist voll gut geworden“, erntete Lukas Mörer ein dickes Kompliment von seinen Mitschülerinnen Jennifer Grabner und Anika Taubner. Der Neuntklässler konnte bei seiner Präsentation sogar mit einer besonderen „Leihgabe“ aus seinem Betrieb punkten, in dem er seit dem vergangenen Sommer einmal in der Woche den Praxislerntag besucht hatte: In einer kuschelig zurecht gemachten Box logierte ein drei Wochen junges Kälbchen.  Bernd Pahl, Geschäftsführer der Agrar GmbH in Stolpe, hatte dafür gesorgt, dass das Tierbaby nachmittags satt in der Regionalen Schule Marnitz „abgeliefert“ wurde.  Er selbst staunte wenige Stunden später nicht schlecht, was Lukas und seine Mitschüler für diesen Abend auf die Beine gestellt hatten. Vielen anderen Besuchern ging es ebenso:  30 Neuntklässler präsentierten 30 verschiedene Unternehmen aus der Region unter dem Aspekt, welche Ausbildungs- und Zukunftschancen junge Leute wie sie dort haben. Lukas wird  zwar eine Frisörlehre in Schwerin aufnehmen, hat seinen Lehrvertrag für den Wunschberuf  längst unterschrieben, doch seine Entscheidung, den Praxislerntag in einem landwirtschaftlichen  Betrieb zu absolvieren, traf der 15-Jährige ganz bewusst: „Ich wollte mich der Herausforderung stellen,  einmal etwas ganz anderes zu machen“, sagt der Schüler. Tatsächlich nimmt man  es ihm hundertprozentig ab,  dass er froh und stolz ist, sich das getraut und durchgezogen zu haben.  Bernd Pahl konnte AWT-Lehrer Bodo Kowalschuk nur noch einmal in die Hand versprechen, dass motivierte,  interessierte Schüler wie Lukas, auf die man sich verlassen kann,  in seinem Betrieb „sehr gerne immer wieder willkommen sind.“ Überhaupt sei er ein großer Befürworter des Praxislerntages, da ein Praktikum, das sich über einen längeren Zeitraum hinzieht,  einen viel authentischeren  Eindruck vom Entwicklungspotenzial des Schülers vermittelt.

Seit nunmehr sechs Schuljahren tauschen Neuntklässler der Regionalen Schule Marnitz immer dienstags ihren Klassenraum mit der Werkstatt, dem Büro, dem Verkaufsladen, Labor, der Zeitungsredaktion  oder einer Kindertagesstätte, um sich ihrer Interessen und Stärken bewusster zu werden, dabei vielleicht auch zu erkennen, wofür man nicht unbedingt geboren ist und auf diese Weise Berufswahlmöglichkeiten auszuloten.  

Nicolas Hinz (16) fühlt sich nach den gewonnenen Einblicken in die Arbeitswelt jedenfalls noch mehr darin bestärkt, was er einmal werden möchte: Erzieher  steht bei ihm ganz oben auf der Berufswahlliste. Um den Praktikumsplatz in der Kindertagesstätte „St. Georg“ in seinem Heimatdorf  Suckow  bewarb er sich ermutigt von einem Praktikum, das er vorher in einer Kita in Putlitz absolviert hatte.  Tom Hielscher schnupperte bereits in der 8. Klasse erste Praktikumsluft in der  Raumausstatterwerkstatt von Hans-Jürgen Dausch in Parchim. Weil es ihm dort richtig gut gefallen hat und er etwas Handwerkliches machen wollte, absolvierte er dort auch seinen Praxislerntag. „Es ist eine anstrengende Arbeit, aber ich habe sehr viel gelernt“, berichtet der 15-Jährige.  An seinem Stand präsentierte er u. a. eine  selbst genähte Tasche für ein I-Pad samt Beschreibung, wie man in fünf Schritten von der ersten Naht bis zum Zusammenführen der einzelnen Teile zum Ziel kommt. Auch wenn er als berufliches Ziel die IT-Branche anvisiert, haben Tom Hielscher die  vielen Dienstage  in der Raumausstatter-Werkstatt ein großes Stück weitergebracht. Genauso wie seine Mitschüler betrachtet er die Arbeit von Menschen in seinem Umfeld heute aus einem ganz anderen Blickwinkel und mit viel mehr Respekt.

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