Kreisjugendforum : Aufgabenzettel von der Jugend

Im sogenannten „Fish-Bowl“ diskutierten jugendliche und erwachsene Experten.
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Im sogenannten „Fish-Bowl“ diskutierten jugendliche und erwachsene Experten.

Schüler wollen Digitalisierung im Unterricht umgesetzt sehen. Jugendring lotet Möglichkeiten aus.

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28. November 2017, 21:00 Uhr

Das dritte Kreisjugendforum ist Geschichte. Mehr als 50 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Landkreis redeten sich in Hagenow ein Wochenende lang die Köpfe heiß. Es ging um die Zukunft der Schulen, über Mängel, Probleme und mögliche Lösungen. Wie geht es nun weiter, fragten wir Nico Conrad, den Vorstandsvorsitzenden des Kreisjugendrings Ludwigslust-Parchim.

„Unser Jugendforum 2017 war wieder ein voller Erfolg. Wir konnten noch mehr Teilnehmer als 2016 begrüßen und haben es geschafft, Kinder und Jugendliche von 9 bis 25 Jahren sowie aus allen im Landkreis vertretenen Schulformen zu erreichen und für unsere Dialogveranstaltung zu begeistern“, fasst Nico Conrad zusammen. Das Forum sei definitiv keine Alibiveranstaltung. Heute nimmt Conrad die Ergebnisse zur Kreisverwaltung mit, um zu diskutieren, was sich umsetzen lässt. Kernpunkt ist die digitale Revolution im Unterricht.

Dass das Jugendforum – die jungen Leute bestimmen Thema und Umsetzung selbst – kein Leerläufer ist, zeigt das Beispiel des ersten Forums 2015 in Parchim. Die Jugendlichen hatten das Thema Mobilität auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Wunsch war ein Schülerfreizeitticket. Das kommt tatsächlich in Form eines „10-Euro-Ergänzungstickets“ für Schüler. „Hiermit soll die Nutzung des bestehenden Busverkehrs außerhalb der Schulzeiten im Landkreis möglich werden“, sagte Landrat Rolf Christiansen (SPD) Anfang Oktober vor dem Kreistag. Zum Januar soll das Ticket an den Start gehen.

In diesem Jahr ging es in der Dialogveranstaltung und in Mikroprojekten um die Schulzukunft im Landkreis. Um die Themenschwerpunkte, unter anderem Digitalisierung, mangelnde Schulausstattung, bauliche Mängel sowie das Verhältnis zu Lehrern spannend und interessant zu diskutieren, hatte sich Moderatorin Teresa von Jan (Amtsjugendpflegerin in Grabow) eine neue Methode überlegt. Im sogenannten „Fish-Bowl“ diskutierten jugendliche und erwachsene Experten aktiv im Innenkreis miteinander, wogegen im Außenkreis aktiv zugehört wurde. Zur Teilnahme an der Diskussion musste vom Außen- in den Innenkreis gewechselt werden.

„Wir werden selbstverständlich, gemeinsam mit dem Kreisschülerrat, dessen neuer Vorsitzender Melvin Mantel mit weiteren Vertretern teilnahm, am Thema Schule dranbleiben“, verspricht Kreisjugendring-Geschäftsführer Markus von Jan. „Jetzt gilt es erstmal die Ergebnisse gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen aufzubereiten sowie weitere Schritte zu beraten und einzuleiten.“

Das heißt, wie beim Schülerfreizeitticket ist ein wenig Geduld gefragt. „Es kann ja gar nicht anders funktionieren“, sagt der kommunalpolitisch erfahrene KJR-Vorsitzende Nico Conrad. „Die guten Ideen der Jugendlichen muss das professionelle Hauptamt, also die Verwaltung, umsetzen.“ Deshalb findet heute das erste Gespräch mit dem Fachdienst Bildung, Kultur und Sport in der Kreisverwaltung statt. Landrat Rolf Christiansen outet sich als Fan der Jugendforen, die vom Landkreis und dem Bundesprogramm „Demokratie Leben“ gefördert werden: „Das ist eine gute Sache, junge Leute für regionale Themen zu interessieren.

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