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Kreisleistungsmelken : Aufbruchstimmung am Melkstand

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

25 Teilnehmer beim Wettbewerb der Milchkontrollvereine Parchim und Ludwigslust . Erzeugerpreise steigen endlich wieder

von
erstellt am 23.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Licht am Ende des Tunnels bei den Milchbauern: Bei endlich wieder steigenden, aber noch nicht auskömmlichen Erzeugerpreisen fand am Mittwoch in Plauerhagen das Kreisleistungsmelken der Milchkontrollvereine Parchim und Ludwigslust statt. Weniger als 20 Melker aus den beiden Vereinen hatten sich im Vorjahr zum Tiefpunkt der Milchkrise beteiligt. Dieses Jahr waren es 25. „Es ist ein bisschen Aufbruchstimmung“, sagt Petra Pitzschel, Koordinatorin für die Vereine in Parchim und Ludwigslust.

Siegfried Schwager, Vorsitzender des Milchkontrollvereins Parchim und Landwirt in Karbow, verweist darauf, dass in den vergangenen Jahren deutschlandweit Tausende Milchproduzenten aufgeben mussten. „Wenn es dieses Jahr nicht besser wird, werden weitere Betriebe folgen.“ Im vergangenen Jahr war der Erzeugerpreis für Milch auf bis zu 20 Cent je Liter gefallen. Aktuell erhalten die Bauern in der Region 32 bis 34 Cent. Das reiche noch nicht aus, um kostendeckend zu produzieren, so Schwager. Zumal die Landwirte einen Riesenrucksack aus der Vergangenheit mit sich herumtragen.

Der alljährliche Wettstreit der Melker, den der Parchimer Verein zum 24. Mal austrug, war ein gutes Stück Werbung für die kriselnde Branche. Er zeigte, wieviel Wissen ein Melker haben und wieviel Sorgfalt er an den Tag legen muss, damit die Milch für den menschlichen Verzehr zugelassen wird, erklärt Petra Pitzschel. Sie ist den Sponsoren dankbar, die dieses Treffen ermöglichten. Die Veranstaltung sei für viele der erfahrenen Melker auch ein Ort des Erfahrungsaustauschs, wo man sich einmal im Jahr trifft. Und für manche der Lehrlinge sei es die erste Prüfung.

14 Mitglieder gehörten zur Jury, der sich die Melker stellten. Die Teilnehmer mussten ihr theoretisches Wissen ebenso unter Beweis stellen wie ihr Können am Melkstand. Und sie absolvierten einen Milchzelltest. Damit lässt sich genauer bestimmen, inwieweit möglicherweise eine Erkrankung eines Euters vorangeschritten ist. Einen ersten Hinweis auf eine mögliche Erkrankung gibt es in vielen Anlagen bereits bei jedem Melkvorgang durch die Bestimmung des ph-Werts der Milch, erklärt Siegfried Schwager. Den Milchzelltest hatte auch Anja Kurt vom Milchhof Gut Parchim zu absolvieren. 2003 hat sie ausgelernt. Ihr gefällt an ihrem Beruf besonders, dass sie mit Tieren arbeiten kann, so die Parchimerin, die in der Endabrechnung der über 25-Jährigen einen dritten Platz belegte. In ihrer Altersgruppe siegte Cornelia Wegener aus Greven. Bei den unter 25-Jährigen setzte sich Christian Schönsee aus Plauerhagen durch.


Ergebnisse
 

• Im Kreisleistungsmelken der über 25-Jährigen traten neun Teilnehmer an. Die besten Ergebnisse erzielten:

1. Cornelia Wegener, Landwirtschaftliche Milchgenossenschaft Greven, 138 Punkte; 2. Sebastian Belz, Landwirtschaftliche Erzeuger- und Absatzgemeinschaft Friedrichsruhe, 137 Punkte; 3. Anja Kur Milchhof Gut Parchim, 126 Punkte;

• Bei den unter 25-Jährigen stellten sich 16 Teilnehmer dem Wettbewerb. Die besten Ergebnisse erzielten: 1. Christian Schönsee, Agrarvereinigung Mifema Plauerhagen, 137 Punkte; 2. Chayenne Luisa Koch, AgP Lübesse, 136 Punkte; 3. Amely Neitzel, Milchhof Gut Parchim, 131 Punkte.

(Maximal mögliche Punktzahl war 160)

 

 

 

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