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Parchimer Zeitung

24. September 2017 | 14:22 Uhr

Kultur : Auf Weltniveau Gäste fasziniert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Begeisterung bei Vorstellung von Circus Probst in Parchim

von
erstellt am 02.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Mit dem Besuch des Circus Probst, der am Dienstag und gestern insgesamt drei Vorstellungen in der Kreisstadt gab, hat Parchim einen kulturellen Höhepunkt besonderer Güte erlebt. Beim diesjährigen Programm „Fantastico“ erleben die Zuschauer unter anderem das Können gleich mehrerer Artisten, die weltweit zu den besten in ihrem Bereich gehören. Einige von ihnen hervorzuheben birgt allerdings die große Gefahr in sich, andere damit ungerecht zu behandeln. Deshalb vielleicht lieber so: Die Zuschauer jeden Alters waren nicht einfach zufrieden, sondern von dem, was sich direkt vor ihren Augen tat, sichtbar fasziniert, wie Begeisterung ausdrückende Rufe und immer wieder lang anhaltender Beifall kund taten – egal, ob Darbietungen von Mensch oder Tier.

Karl Probst (1877 geboren) gründete Anfang des 20. Jahrhunderts den ersten Zirkus mit diesem Namen und legte damit das Fundament für das Entstehen mehrerer Unternehmen in seiner Branche. „Mein Schwiegervater verließ die DDR vorm Mauerbau“, sagt Brigitte Probst, Ehefrau von Geschäftsführer Reinhard Probst. 1981 wurde der Zirkus in Neustadt an der Weinstraße wiedergegründet, in der DDR und auch nach der Wende gab es noch bis vor wenigen Jahren einen zweiten mit gleichem Namen. Nach dem Tod dessen Gründers 2015 – ein Cousin von Reinhard Probst – wurde dort entschieden, nicht mehr auf Tournee zu gehen.

In Parchim reiste das Unternehmen mit einem Fuhrpark von rund 75 Wagen an. „Extrem wichtig ist, die Kosten im Auge zu behalten. Nur am Programm darf man nicht sparen“, sagt Brigitte Probst im SVZ-Gespräch. Schaffen könne man dies nur, wenn alle Mitarbeiter mehrere Dinge können. So hat zum Beispiel auch nahezu jede Frau der 60 Angestellten aus 12 Nationen einen Lkw-Führerschein.

Nächster Auftrittsort ist Demmin. Für die Fahrt dorthin fallen allein rund 2500 Euro Kraftstoffkosten an. Brigitte Probst: „Ich habe 1200 Plätze im Zelt. Sind 500 Besucher pro Vorstellung drin, habe ich keinen riesigen Verdienst, aber ich kann ruhig schlafen, weil die Kosten gedeckt sind.“ Mehrere derjenigen, die an diesem Abend gekommen sind, loben den nach ihrer Meinung immer wieder von selbst hervorgehobenen guten Pflegezustand der mehr als 60 Tiere aus aller Welt – etwas, was Mathijs te Kiefte, im Zirkus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, freut: „Kein falscher Eindruck. Mitarbeiter kümmern sich mehrfach am Tag um sie. Wo wir hinkommen, sorgen wir dafür, dass alle Auslauf haben.“ Amtstierärzte, die regelmäßig zur Kontrolle kommen, bestätigten den guten Umgang. Der Futterbedarf liegt bei täglich 500 Kilogramm.

Ein Vorauskommando hat bereits vor einigen Tagen in Demmin die 450 Nägel fürs Zelt in die Erde gerammt. Schon gut zwei Stunden nach der letzten, um 16 Uhr beginnenden Vorstellung in Parchim war hier gestern nichts mehr von ihm zu sehen. 24 Stunden im Dienst.

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