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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 22:21 Uhr

Parchim : Auf der Suche nach einem Gasleck

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gasspürer überprüfen im Auftrag von Netzbetreiber dieses Jahr 400 Kilometer unterirdische Leitungen im Landkreis Ludwigslust-Parchim

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Spornitz, Crivitz, Frauenmark, Friedrichsruhe, Goldenbow, Plau und Quetzin sind in den nächsten Monaten auf dem Streckenplan der Gasspürer. Im Auftrag des Gasnetzbetreibers HanseWerk werden im Landkreis Ludwigslust-Parchim in vielen Orten Leitungen kontrolliert. Für die Sicherheit der Gasnetze nehmen die Experten in den kommenden Monaten rund 400 Kilometer der unterirdisch verlegten Gasleitungen im Landkreis unter die Lupe.

Gasspüren ist kein Ausbildungsberuf, teilt der Netzbetreiber mit. Eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung – das komplette erste Jahr durch Anleitung eines erfahrenen Gasspürers – sowie das Ablegen einer Prüfung qualifizieren die Kollegen für die sensible Tätigkeit des Gasspürens. Mit der am Stab vor sich hergeführten Messsonde, die über einen Schlauch mit dem Gasspürgerät verbunden ist sowie einem Tablet-PC ausgerüstet, macht sich der Gasspürer zu Fuß auf den Weg durch die Straßen. Der PC zeigt die Lage der Gasleitungen, ob Hoch-, Mittel- oder Niederdruck, genau an, so dass die Gasspürer wissen, wo sie sich auf die Suche machen müssen.

Das Gerät saugt die Luft direkt über dem Boden ab und kann bereits kleinste Mengen an Gas in der Luft erkennen. Wenn es einen Schadenshinweis gibt, lokalisiert der Gasspürer den Ursprung des Gases und kann auch feststellen, ob es sich hierbei tatsächlich um austretendes Erdgas handelt oder beispielsweise um Faulgase aus dem Boden. Ist ein Schaden an einer Erdgasleitung vorhanden, klassifiziert der Experte die Dringlichkeit: Falls nötig, sind die beauftragten Rohrnetzkolonnen von HanseWerk innerhalb kürzester Zeit vor Ort, um den Schaden sofort zu beheben, teilt das Unternehmen mit.

Pro Jahr läuft ein Gasspürer, je nach Einsatzgebiet, etwa 600 bis 800 Kilometer. Bei Regen, Frost und Schnee kann kein Gas gespürt werden. Da das Gasspüren eine Tätigkeit mit hoher Verantwortung ist, müssen die Gasspürer ihr Zertifikat regelmäßig alle vier Jahre durch eine Prüfung auffrischen.

Das Gasnetz wird regelmäßig kontrolliert. Wie oft – das hängt von dem Druck auf den Leitungen und ihrer Beschaffenheit ab. Die Hochdruckleitungen, die quasi als die Autobahnen im Gasnetz fungieren, werden jedes Jahr untersucht, die Hausanschlussleitungen alle vier Jahre, wenn sie aus Stahl bestehen, und alle sechs Jahre, sind sie aus Polyethylen.

Die großen Leitungen werden teils auch durch ein Überfliegen mit Flugzeugen untersucht. Ein veränderter Bewuchs auf dem Acker kann Zeichen für ein Gasleck sein. In den Ortschaften sind Gasspürer im Einsatz.

In Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Brandenburgs ist die HanseWerk AG Gasnetzbetreiber. Neben dem Betrieb des Erdgasnetzes hat das Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren über die Ballungszentren hinaus eine Gasinfrastruktur neu geschaffen, die heute mehr als 250 Gemeinden und 80 000 Anschlüsse mit Erdgas versorgt.

Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Netzdienste Mecklenburg-Vorpommern betreuen von 14 Standorten aus, darunter u.a. Spornitz und Brüel, mehr als 6000 Kilometer Gasleitung.

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