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Parchimer Zeitung

21. September 2017 | 14:25 Uhr

Parchim : Auf dem Weg zur größeren Pfarrei

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Katholische Gemeinden in Parchim-Crivitz, Lübz, Plau am See und Goldberg gehen als pastoraler Raum neue Wege der Kooperation

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die Katholischen Gemeinden St. Joseph in Parchim und ihre Filialkirche St. Thomas in Crivitz, Herz Jesu in Lübz, St. Paulus in Plau am See sowie Heilige Familie in Goldberg gehen völlig neue Wege der Kooperation: Sie vernetzen sich zu einem pastoralen Raum. Die zu Jahresbeginn gestartete Entwicklungsphase mündet in drei Jahren in der Bildung einer neuen größeren Pfarrei. Als Moderatorin mit dem unabhängigen Blick von außen wird Martina Stamm, Gemeindereferentin in Neustrelitz, diesen Prozess begleiten.

Als Pfarrer Orphèe-Honorat Adjayi Agbahey im Juli 2016 die katholische Gemeinde Parchim/Crivitz übernahm, wusste er um die vor ihm liegende große Herausforderung. Schon bei seinem Amtsantritt hatte er deutlich gemacht, dass dieser Gang aufs Neuland nur im ehrlichen, aufgeschlossenen, offenen Miteinander zu bewältigen sei. „Dabei ist jeder einzelne von uns mit seinen Gedanken, Ideen und seinem Engagement gefragt.“

Dieser Tenor prägte auch den Tag des Auftaktes, zu dem sich Gemeindeglieder aus allen fünf Gemeinden des pastoralen Raumes, Vertreter der Ökumene und Kommunalpolitik kürzlich in Parchim trafen. So wie Friedrich Dörfler aus Gischow von der Gemeinde Herz Jesu Lübz oder Herbert und Anngret Brückner aus Parchim ging es den meisten Teilnehmern vor allem um Information. „Ich freue mich auf das, was kommt“, steht Anngret Brückner dem Entwicklungsprozess aufgeschlossen gegenüber. Herbert Brückner gehört seit seiner Geburt vor 65 Jahren in Parchim der St. Josephgemeinde an. Seine Frau lebt ebenfalls von Kindesbeinen an den katholischen Glauben im Alltag. Regina Höring aus der Goldberger Gemeinde findet es wichtig, „in einer so wichtigen Zeit dabei zu sein und mitzureden.“ Brigitte Wolf kam mit der Erwartung, von diesem Tag Impulse mit nach Plau am See nehmen zu können, „wie man das in der Gemeinde angehen und verständliche Unsicherheiten ausräumen kann.“ Sich bei der Umgestaltung aktiv mit einbringen und sie voranbringen möchte Michael Thomas. „Sie ist schon lange überfällig“, findet der Parchimer. Offen für die anstehenden Veränderungen zeigt sich ebenfalls Paul Freitag aus Crivitz. Sorgen, dass die Gemeinschaft vor Ort in einer größeren Pfarrei an Identität verlieren könne, macht er sich keine. „Ich bin sehr gut informiert und mit guten Argumenten ausgestattet nach Crivitz zurückgefahren“, habe ihm der Tag des Auftaktes viel gegeben. Das ist in hohem Maße auch ein Verdienst von Christiane Bente. Die Mitarbeiterin von der Stabsstelle „Pastorale Entwicklung“ des Erzbistums Hamburg erläuterte sachlich fundiert, warum es notwendig ist, neue Wege und Formen zu finden, zum Glauben einzuladen und heute Kirche zu sein. Dabei zeigte sie aber auch Gespür dafür, dass der Freude auf Chancen nur all zu menschlich viele Ängste vor Neuem, Unbekanntem gegenüber stehen.

Die katholische Kirche im Norden befindet sich seit 2011 vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Priester im Dienst des Erzbistums Hamburg stärker als erwartet zurückgeht und sich die Bedeutung von Glaube und Kirche in der Gesellschaft verändert, auf dem Weg der Erneuerung nach innen und nach außen. Eines Tages werden mehr als 80 vormals eigenständige Pfarreien 28 pastorale Räume bilden, die jeweils von einem Pfarrer geleitet werden.

Die für die Auftaktveranstaltung in Parchim geplante Bildung eines gemeinsamen Ausschusses für den neuen pastoralen Raum Parchim-Lübz wurde noch nicht vollzogen und soll nun im Frühjahr erfolgen. Dem Gremium, das sich etwa vier Mal im Jahr trifft, werden voraussichtlich um die 30 Mitglieder angehören: der Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand von Lübz/Goldberg/ Plau am See; der Kirchengemeinderat Parchim/Crivitz; Vertreter des örtlichen kirchlichen Lebens (Kita; Altenheime, Edith-Stein-Haus, Pflegestation, Hospizdienst). Außerdem sollen jeweils ein Vertreter der Ökumene, der Kommunalpolitik sowie ein Nichtgetaufter mit Gastrecht in dem Ausschuss mitwirken dürfen.

 

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