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Plau am See: Wasserschutzpolizei bei ihren Streifenfahrten : Auf dem Wasser herrscht Ordnung

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Die Sommerferien sind im Gange, das Wetter spielt bedingt mit und auf dem Wasser tummeln sich die Bootstouristen. Grund genug für die Beamten, bei einer groß angelegten Kontrolle die Skipper und ihre Boote zu überprüfen.

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 05:58 Uhr

Parchim/Plau Am See | Die Sommerferien sind im Gange, das Wetter spielt bedingt mit und auf dem Wasser tummeln sich die Bootstouristen. Grund genug für die Beamten der Wasserschutzpolizei in Plau am See, bei einer groß angelegten Kontrolle die Skipper und ihre Boote zu überprüfen. SVZ durfte mit an Bord des Streifenbootes, das vor zwei Jahren in Betrieb genommen wurde.

Es ist kurz nach 9 Uhr, als sich die Beamten Lorren Zander, Dirk Uteß, Karl-Heinz Prahl, Konrad Schreiber und Sebastian Kamm bereit machen. Konrad Schreiber kontrolliert am Streifenboot WS 61 noch einmal den Ölstand im Motor und prüft alle anderen wichtigen technischen Komponenten, während Loreen Zander das Schlauchboot einsatzbereit macht. Die anderen Beamten packen die weiteren Utensilien ein, die für den Einsatz benötigt werden. Darunter das Alkohol-Testgerät, das Laser-Geschwindigkeitsmessgerät Typ Riegl, welches speziell für die Messung zu Wasser entwickelt wurde, und vieles mehr.

Nachdem ich von den Beamten belehrt wurde, ging es raus auf den rund 39 Quadratkilometer großen See. Loreen Zander und Karl-Heinz Prahl steuern mit dem Schlauchboot zielsicher die Einfahrt zum Lenzer Kanal an. Da im Schlauchboot nur zwei Personen Platz finden, wird Dirk Uteß im Streifenboot mitgenommen und steigt dann zu den anderen beiden Beamten um. Prahl richtet das Geschwindigkeitsmessgerät ein, während seine Kollegin Zander im Schlauchboot die Temposünder ans Ufer bittet, um dort die Formalitäten zu erledigen.

Das Streifenboot hat nahe der Wassertankstelle festgemacht und Konrad Schreiber und Sebastian Kamm winken die Skipper heran. "Guten Tag, mein Name ist Schreiber, wir führen eine Komplexkontrolle durch. Die Bootspapiere und den Bootsführerschein bitte", lautet die höfliche und korrekte Aufforderung. Christian Rohn aus Nordhausen hat Verständnis für den unfreiwilligen Stopp. "Das muss schon sein", meint er, der bereits seit sieben Jahren hier Urlaub macht und die Natur einfach herrlich findet. Alles ist in Ordnung, nur "die Beleuchtung ist für Nachtfahrten nicht zugelassen", sagt der Beamte. In der Tat, haben einige Boote kleine und moderne Lampen, aber es gelten nur amtlich zugelassene. Weil die Lampen am Tag außer Betrieb sind, bleibt es bei dem Hinweis. Der Nordhausener kennt diesen Mangel, "aber nachts fahre ich auch nicht", sagt er. Derweil wird Familie Malchow herangewunken. Sie kommt zwar gerade aus Malchow, stammt aber aus Bremen und fährt jedes Jahr durch Mecklenburg. "Usedom, Rügen, die Seenplatte hier - es ist einfach traumhaft", meinen sie und auch bei ihnen ist alles in Ordnung und sie können ihre Fahrt nach Plau fortsetzen.

In einer kleinen Pause erklären die Beamten, dass nicht nur die Sportbootführer kontrolliert werden, sondern auch die Berufsschifffahrer. "Dies machen wir aber im Hafen, denn wir wollen die Passagiere nicht verunsichern und den Fahrplan nicht durcheinander bringen". Einen Bootsführerschein brauchen auch nicht alle, "erst ab einer Motorleistung von 15 PS ist das erforderlich", sagt Schreiber. Sein Kollege Knapp ergänzt, dass es mit dem Charterschein eine Ausnahme gibt. "Die Fahrer eines Charterbootes werden zuvor vom Vermieter eingewiesen und sind so geschult", sagt er. Dieser Schein ist aber zeitlich und örtlich sowie auf eine Person begrenzt. Zwei Petrijünger aus Berlin im Schlauchboot sind die nächsten, die herangewunken werden. Sie campen in Alt Schwerin und wollen nun angeln. Die entsprechenden Papiere sind in Ordnung und so steht dem großen Fang nichts im Weg. Etwas verunsichert ist im ersten Moment ein Dresdener, der sein Boot im Robinson Club in Flessensee auslieh und mit seiner Frau einen kurzen Wassertripp machte. "Das war nur der erste Schreck und man überlegt unwillkürlich, ob man etwas falsch gemacht hat", meint er, wird aber schnell beruhigt. Obwohl er selbst nichts falsch gemacht hat und auch die vorgeschrieben Rettungsmittel an Bord sind, gibt es später einen Hinweis der Beamten an den Verleiher. "Der Kennzeichenausweis, als Eigentumsnachweis fehlt. Der ist ab drei PS Pflicht", sagt Schreiber. Positiv ist, dass das Mitführen der Rettungsmittel weit verbreitet ist, obwohl dies nur bei gewerblichen Booten und damit für die Bootsverleiher Pflicht ist. Schade eigentlich, denn die Gurtpflicht bei Autos gilt auch für alle. Am Ende wurden 34 Boote kontrolliert und die Geschwindigkeit bei 22 Schiffsführern gemessen. Vier Verstöße sind registriert und vier Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. Das betraf fehlende Papiere oder Rettungsmittel und ein Raser fuhr bei erlaubten 25 km/h auf dem Wasser stolze 41 km/h. Er wird nun mit einem Bußgeld von etwa 200 Euro rechnen müssen.

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