Parchim : Auf dem Rad in die Kreiszukunft

Statt an der Straße verläuft der Radweg an der Elde.  Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
Statt an der Straße verläuft der Radweg an der Elde. Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Parchimer Radfahrerinitiative „Schöner radeln“ engagiert sich kreisweit. Thesen für fahrradfreundliche Region im Kreisentwicklungskonzept

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04. August 2016, 05:00 Uhr

Erst haben sie Parchim erkundet, jetzt treten sie im gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim in die Pedale. Abgesandte der Initiative „Schöner radeln – Mehr Fahrradfreundlichkeit in der Region“ haben jetzt per Rad ihre Thesen beim Landrat abgegeben, damit sie im Kreisentwicklungskonzept 2030 berücksichtigt werden. Zwei Dinge lassen aufhorchen: Die Zweiradfreunde fordern einen Koordinator für die rosige Radfahrzukunft – am besten auf Landesebene. Und konkret soll der Radweg von Damm nach Parchim nicht entlang der Landesstraße sondern nah an der Elde verlaufen.

Landrat Rolf Christiansen (SPD) begrüßt die Parchimer Initiative und unterstützt eine „koordinierende Stelle“ im Infrastrukturministerium, die die verschiedenen Befindlichkeiten von Land, Kreis und Gemeinden im Blick hat. Christiansen lobt, dass beim Lückenschlussprogramm von Radwegen an Landesstraßen der Landkreis um eine Prioritätenliste gebeten wurde.

Mit dem Fahrradweg von Damm in die Kreisstadt Parchim abseits der Landesstraße – der genaue Verlauf ist noch nicht geklärt – könnte gleichzeitig ein Stück Tourismusförderung in der Region verwirklicht werden. Der Dammer Fahrrad-Enthusiast Wolfgang Jörß schwärmt vom Mecklenburger Seenradweg, den diese Variante ergänzen könnte. Jörß bietet geführte Radtouren an. Auch die Vernetzung mit dem Verein Lewitz wäre möglich. Landrat Christiansen und Landtags-Wahlkämpfer Christian Brade (SPD) aus Domsühl wollen allerdings die „Radfahrer in ihrer Gesamtheit“ im Kreisentwicklungskonzept unterwegs sehen. Nicht nur Touristen, auch Berufstätige und Schüler seien pedaltretend unterwegs. Das allerwichtigste wäre demnach der zügige Lückenschluss. Derzeit vergehen sehr viele Jahre, bis irgendwo ein Stück Radweg neu gebaut wird. Auch hemmen bürokratische Hürden. Die ohnehin vorhandenen Wirtschaftswege entlang der Müritz-Elde-Wasserstraße hätten das Zeug zum Elde-Radweg. Nur müssten dann die Gemeinden die Kosten für die Verkehrssicherung schultern. Also passiert nichts in dieser Richtung. Landrat Rolf Christiansen ermuntert dennoch die Bürger, sich weiter an der Diskussion um das Kreisentwicklungskonzept zu beteiligen: „Die Bürger vor Ort sind die Experten. Sie wissen genau Bescheid.“ Bei ähnlichen Raumentwicklungsplan-Beteiligungen seien immerhin 50 Prozent der Vorschläge aufgenommen worden.

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