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Parchim : Auch Rotdornbäume haben tüchtig Stress

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Experten sicher: Blattfleckpilz verantwortlich, aber keine Gefahr für Mensch und Tier

von
erstellt am 26.Jul.2017 | 17:16 Uhr

Als Anke Dittrich vor wenigen Tagen nach dem Urlaub wieder an ihrem Arbeitsplatz im Stadthaus eintraf, fand sie auf dem Schreibtisch eine alarmierende Nachricht: Die Rotdornbäume verlieren mitten im Sommer ihre Blätter. „Der Sache musste sofort auf den Grund gegangen werden“, so die Baumverantwortliche der Stadt. Nur wenige Meter von ihrem Büro in der Blutstraße entfernt zieren Rotdornbäume beispielsweise den Schuhmarkt. „Die Bäume bieten einen traurigen Anblick und die Blätter sind mit schwarzen Punkten übersät. Das deutet auf eine Krankheit hin“, war sich Anke Dittrich sicher. Sofort wurde ein Exemplar der betroffenen Blätter eingescannt und an den für die Stadt arbeitenden externen Baumsachverständigen Hagen Dibbert geschickt. Gleichzeitig ging eine Anfrage an die Abteilung Pflanzenschutz des Landesamtes für Landwirtschaft raus, die einen Warndienst für Ämter und Behörden zusammenstellt. Die Experten sind sich einig: Parchims Rotdornbäume sind wie vielerorts von einem Pilz namens „Diplocarpon mespili“ (auch bekannt als Diplocarpon maculatum) befallen, der bei Birnen, Quitten und Rotdorn Blattbräune auslöst. Die genannten Schäden werden durch einen Blattfleckenpilz verursacht, der eng mit dem Sternrußtau der Rose verwandt ist. Feuchtigkeit fördert den Befall. „Unsere Bäume leiden wie viele Menschen in dem ungewöhnlichen regenreichen Sommer unter Stress“, ist sich Anke Dittrich sicher. Für Menschen gehe von den befallenen Bäumen allerdings keine bekannte Gefahr aus. Vorbeugend sei sinnvoll, befallene Blätter zu entfernen. So kann die Verbreitung der Krankheit möglicherweise verhindert werden. Da der Pilz nicht regelmäßig auftritt, ist eine Bekämpfung normalerweise nicht erforderlich. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Rotdornbäume die Krankheit überstehen und im kommenden Frühjahr wieder wie gewohnt austreiben“, meint die Fachfrau. Im Parchimer Stadtgebiet und den Ortsteilen gibt es 54 Rotdornbäume, die gleichermaßen unter dem Pilzbefall leiden. Die Pflanzenschutzexperten sprechen von einem flächenmäßigen Befall in ganz Norddeutschland.

Bäume spielen für die grüne Lunge der Kreisstadt eine wichtige Rolle. Rund 10 000 Exemplare gibt es. „Leider treten immer wieder Probleme auf. Vor zwei Jahren sorgte die Platanenwelke für kahle Bäume in der Sommerzeit und im Jahr davor hat die Schildlaus Schäden verursacht. Glücklicherweise sind wir in diesem Jahr vom Eichenprozessionsspinner verschont geblieben“, so Anke Dittrich. Neben Starkregen setzen auch Sturm, Streusalz und sogar Hundeurin den Baumwurzeln zu. Selbst mehr als 200 Jahre alte Eichen wie in den historischen Wallanlagen vertragen keine Staunässe. „Bäume sind ein Schatz, den wir hegen und pflegen müssen. Da ist jeder gefordert“, meint Anke Dittrich.  

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