Milder Wochenstart : Atempause für den Winterdienst

Einsatzbereit für den Winterdienst im Landkreis Ludwigslust-Parchim: Andreas Adler, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Parchim (l.) und Fachdienstleiter Hans-Georg Zwang auf dem Betriebshof in Dargelütz
Einsatzbereit für den Winterdienst im Landkreis Ludwigslust-Parchim: Andreas Adler, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Parchim (l.) und Fachdienstleiter Hans-Georg Zwang auf dem Betriebshof in Dargelütz

Landkreis investiert in neue Technik der Straßenmeistereien. Ausgeklügeltes Einsatzsystem

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29. November 2015, 16:40 Uhr

In den nächsten Tagen wird der Blick aufs Thermometer erstmal weniger bang ausfallen, Väterchen Frost macht eine Pause. Nicht aber die 51 im Schichtbetrieb eingesetzten Winterdienst-Mitarbeiter der drei Kreisstraßenmeistereien Hagenow, Ludwigslust und Parchim.

In diesem Jahr hat der Landkreis kräftig in neue Technik investiert. „Es stehen 870 000 Euro bereit, um den Winterdienst abzusichern“, sagt Hans-Georg Zwang, Fachdienstleiter Straßen- und Tiefbau. Dazu gehören die Investitionen in eine neue Streumittelhalle in Vellahn, die mit 350 000 Euro zu Buche schlägt und in eine Solemixanlage für 36 000 Euro auf dem Hof der Straßenmeisterei Parchim.

Die Vellahner Halle ermöglicht es, günstigeres Sommersalz zu bevorraten und damit Geld zu sparen. Die Anlage in Parchim bereitet das Sole-Gemisch exakt zu, mit dem die Streufahrzeuge befüllt werden. Zwei neue Fahrzeuge und anderes Gerät standen weiterhin auf der Investitionsliste. Der Landkreis hat insgesamt 1375 Tonnen Streusalz eingelagert.

Die Ausrüstung bekommen erfahrene Winterdienst-Mitarbeiter in die Hände, die 978 Kilometer Kreisstraßen, 136 Kilometer Radwege, 80 Brücken und drei Tunnel befahrbar machen. Dabei sind die Witterungsbedingungen in dem großen Landkreis zwischen Plau und dem Schaalsee, zwischen Sternberg und der Elbe niemals gleich.

„Unsere Mitarbeiter kennen ihre Region“, sagt Andreas Adler, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Parchim. Um drei Uhr früh beginnt die Schicht, ein Mitarbeiter erkundet vorher die Glättelage auf dem Weg zur Arbeit. Müssen die Straßenmeister raus, stehen insgesamt 20 Lkw zur Verfügung, allein neun im Parchimer Bereich mit den Standorten Crivitz und Lübz. „Bei ganz schwierigen Witterungsverhältnissen können wir zwei zusätzliche Wagen von Firmen anfordern“, erklärt Fachdienstleiter Hans-Georg Zwang.

Was kommt auf die glatte Straße?  Aus dem Streuteller der Winterdienst-Fahrzeuge landet eine Mischung aus Trockensalz und Sole angefeuchtet auf der Fahrbahn. „Das erhöht die Wirkung und hilft Salz einzusparen. Trockenes Salz weht leichter weg“, sagt Andreas Adler. Die genaue Dosierung entscheidet der Fahrer des Streu- und Räumfahrzeugs. Und: „Die Jungs, die da drauf sitzen, haben alle Erfahrung. Da achten wir darauf.“ Sie kennen auch die kritischen Stellen ihrer Touren. Immerhin müssen sie ihre 20-Tonner sicher auf noch glatter Fahrbahn steuern. Eine Bitte hat Andreas Adler an die Autofahrer: „Werden Sie bitte nicht übermütig und versuchen Sie nicht, das Streufahrzeug zu überholen.“ Das bringt den Fahrer, besonders wenn er mit dem breiten Räumschild unterwegs ist, in Schwierigkeiten. Und wer überholt, sollte eine ganz banale Erkenntnis verinnerlichen: Vor dem Streuwagen ist es glatter als dahinter...

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