Aus dem Parchimer Gericht : Arzt rast durchs Dorf

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23. Juli 2019, 05:00 Uhr

Für ihn war es eine notstandsähnliche Situation: Der ehemalige Arzt Ludwig D. wollte seine kranke Frau möglichst schnell zur medizinischen Behandlung durch frühere Kollegen in das Krankenhaus nach Crivitz bringen. „Ihr Zustand hatte sich lebensbedrohlich verschlechtert“, rechtfertigte er bei der Verhandlung an der Parchimer Zweigstelle des Amtsgerichts seine Geschwindigkeitsüberschreitung um 34 Stundenkilometer bei der Fahrt durch Wendisch Waren. „Trotzdem haben sie keine Sonderrechte – dafür gibt es Rettungsfahrzeuge“, redete ihm Richter Kai Jacobsen ins Gewissen. „Raserei führt zu keiner Verkürzung der Fahrzeit.“ Besonders sauer stoße es ihm auf, so der Richter in strengem Tonfall, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb einer geschlossenen Ortschaft begangen wurde. Dennoch stufte er das Ausmaß der Ordnungswidrigkeit des zuvor gänzlich unbelasteten Betroffenen als relativ gering ein. Deshalb soll nun die Schweriner Staatsanwalt darüber entscheiden, ob bei Verdoppelung der Geldbuße auf das drohende einmonatige Fahrverbot verzichtet werden kann.

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