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Parchimer Integrationsbeirat : Angebot von Menschen für Menschen

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Einige Zeit war es still um den Integrationsbeirat in Parchim. Jetzt starten die rund 20 aktiven Mitstreiter neu formiert wieder durch. Unter anderem auf dem Plan für 2013: Regelmäßige Sprechstunden.

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erstellt am 19.Dez.2012 | 07:33 Uhr

parchim | Einige Zeit war es still um den Parchimer Integrationsbeirat. Jetzt starten die rund 20 aktiven Mitstreiter neu formiert wieder durch. Sprecher Lothar Pfeil: "Wir wollen nicht Paragrafen erklären, sondern auf menschlicher Ebene aktiv sein und zur Integration der ausländischen Bürger beitragen." Ein Beispiel für die Arbeit des in Parchim und Umgebung aktiven Beirats war die gemeinsam mit der Kirche St. Marien in der vergangenen Woche veranstaltete Weihnachtsfeier für die Kinder der Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft am Stadtrand (wir berichteten).

Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schwerer oder leichter machen können, weiß Dajana Schapek, die beim Landkreis im Büro für Chancengleichheit arbeitet und sich ebenfalls im Integrationsbeirat engagiert. So ist es dem Einsatz des Beirats zu verdanken, dass ein gelbes Signallicht an der Ecke Ludwigsluster Chaussee / Juri-Gagarin-Ring den Fußgängerüberweg sicherer macht. Die Bewohner der Unterkunft nutzen diesen Weg, um in Parchims Weststadt einzukaufen oder die Kinder zur Schule zu bringen. Abbiegende Autofahrer rechneten manchmal nicht mit Fußgängern, es kam zu gefährlichen Begegnungen. Lothar Pfeil: "Die Situation hat sich seitdem deutlich entschärft."

Der Integrationsbeirat, der Anfang 2000 in Parchim gegründet wurde, will jährlich neben der Weihnachtsfeier ein Sportfest zusammen mit der Fritz-Reuter-Schule und eine Kindertagsfeier veranstalten. Außerdem soll es vor Ort Sprechstunden geben. Dabei kann es durchaus um Dinge des täglichen Zusammenlebens gehen, die sich schnell klären lassen. Oder eben um Dauerbrenner wie den seit Jahren vermissten Fußweg. In diesen Tagen müssen sich die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft durch einen zugewachsenen und durchnässten Pfad entlang der Ludwigsluster Chaussee kämpfen. Ungeklärte Grundstücksfragen verhinderten den Ausbau. "Wenn der Fahrradweg in Richtung Spornitz kommt, wird es besser", sagt Lothar Pfeil. Der Fragebedarf bei den Asylbewerbern ist sehr groß. "Bei den Sprechstunden läuft man uns fast die Tür ein", sagt Dajana Tschapek, "wir haben drei statt der geplanten zwei Stunden gebraucht". Ob ein Studium in Deutschland möglich ist, gehört ebenso zu den Themen wie der Wunsch nach Übersetzern. Dajana Tschapek: "Diabeteskranke Bewohner hatten zum Beispiel Probleme, die Medikamentenbeschreibung zu lesen." Auch psychologische Beratungen sind nötig. Immerhin leben auf engem Raum Bewohner verschiedener Nationalitäten zusammen, da entsteht leicht Stress. Insgesamt will der Integrationsbeirat einen Beitrag dafür leisten, dass Parchimer und ausländische Mitbürger sich näher kommen. Lothar Pfeil: "Es ist ein Angebot von Menschen für Menschen."

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber mit einer Platzkapazität von 200 Plätzen in Parchim und eine mit 263 Plätzen in Ludwigslust.

Im Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde sind rund 3300 ausländische Staatsangehörige, darunter auch Bürger der Europäischen Union, im Landkreis Ludwigslust-Parchim wohnhaft. Die hier lebenden Ausländer kommen aus über 90 verschiedenen Staaten.

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