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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 06:48 Uhr

Redlin : Am Regentag zu Rembrandt & Co

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kunstscheune Redlin steht Urlaubern und Einheimischen offen

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Was für ein Sommertag. Am frühen Nachmittag verdunkelt sich überm Campingplatz am Blanksee der Himmel. Die Urlauber bringen sich in ihren Leinwandvillen und Wohnwagen in Sicherheit. Nur wenige Kilometer entfernt, im kleinen Dörfchen Redlin, müssen Helga und Hans-Joachim Puhlmann mit ansehen, wie sich das Naturschauspiel zum Wolkenbruch entwickelt. Selbst das Federvieh verharrt auf der saftigen Wiese wie erstarrt. „Da kann man sich nur noch gute Gedanken machen, oder zu uns in die Kulturscheune kommen“, nimmt es Helga Puhlmann mit Humor. Und Hans-Joachim Puhlmann hat einen riesigen Regenschirm griffbereit, um Besuchern einen trocknen Gang von der Pforte bis ins „Heiligtum“ zu garantieren. „Am Anfang schien uns die mehr als 200 Quadratmeter große Scheune viel zu groß, aber inzwischen lieben und schätzen wir sie“, sind sich beide einig. Vor zwei Jahrzehnten sind die Großstädter Hans-Joachim und Helga Puhlmann aus Hamburg aufs flache Land nach Mecklenburg ausgewandert. Der mehr als 200 Jahre alte frühere Stellmacher-Hof im kleinen Dorf Redlin war für Puhlmanns ein Volltreffer. Obwohl das Anwesen sichtbar in die Jahre gekommen war, können sie hier so manchen Plan verwirklichen, für den es in der Großstadt keinen Platz gegeben hätte. Die langjährige Kassiererin und der Bühnenbildner leben im 60-Seelen-Dorf nun auch ihre künstlerische Kreativität mit vollen Händen aus. Ihre ganze Kraft stecken sie in die Kunstscheune, um Touristen und Einheimischen ein Ausflugsziel und Abwechslung zu bieten.

Die landesweite Aktion „Kunst offen“, an der Puhlmanns zusammen mit ihren Töchtern und der Enkelin seit Jahren teilnehmen, ist für die Redliner stets Ansporn etwas Besonderes zu bieten. „In den vergangenen elf Jahren haben wir eigene Arbeiten gezeigt. Diesmal sind wir neue Wege gegangen“, so Helga Puhlmann. Vor sechs Jahren hatte sie von einer Bekannten aus Süddeutschland aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes, der als Kunsterzieher gearbeitet hat, zwei große Kisten mit Kunstblättern erhalten. Es waren weit mehr als Hundert Kopien von Meistern vergangener Jahrhunderte, die im Kunstunterricht verwendet wurden. Es beginnt mit Meistern des Mittelalters und reicht bis in die Gegenwart. „Uns hat es fasziniert. Man taucht in die Geschichte der Malerei ein, kann Vergleiche anstellen und trefflich diskutieren. “, ist sich Helga Puhlmann sicher. Bevor die große Kunst im kleinen Rahmen in der Kulturscheune angemessen präsentiert werden konnte, hatte Hans-Joachim Puhlmann alle Hände voll zu tun. „Für einen Rembrandt, auch wenn es sich nur um einen Druck handelt, muss auch der passende Rahmen her. Die haben wir auf Trödelmärkten gefunden und neu verglast“, sagt Hans-Joachim Puhlmann. Stolz führen sie ihre Besucher, die dafür keinen Eintritt bezahlen müssen, durch die Galerie. „Wir freuen uns, wenn sie das in Erinnerung behalten und als Urlaubserlebnis mit nach Hause nehmen. Mit solchen Angeboten kann die Region sicher punkten“, meint Helga Puhlmann.

Am ersten Augustwochenende (4. bis 6. 8.) wird die gut ausgeschilderte Kunstscheune in Redlin erneut Treffpunkt für Handarbeitsfreunde sein. „Häkeln, Sticken, Stricken liegt im Trend. Ich freue mich darauf, mit Gleichgesinnten Erfahrungen auszutauschen. Jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein. Materialien sollten mitgebracht werden. Los geht es jeweils ab 10 Uhr.

 

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