Severiner Erfolgsgeschichte : Am Anfang war das Putenschnitzel

Landputen-Gründer Arvid Kremer (Mitte) mit den Söhnen Frank (l.) und Armin  Fotos: Bernd Möschl
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Landputen-Gründer Arvid Kremer (Mitte) mit den Söhnen Frank (l.) und Armin Fotos: Bernd Möschl

Tag der offenen Türen in Severin zum 25. Geschäftsjubiläum der Mecklenburger Landpute

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28. Juni 2015, 16:42 Uhr

Gründe zum Feiern haben die Severiner oft und reichlich. Waren das im Vorjahr 750 Jahre Ersterwähnung des Dorfes und seine Fusion mit der Gemeinde Domsühl, so liefert aktuell der größte Arbeitgeber den höchst erfreulichen Anlass: 25 Jahre Mecklenburger Landpute. Am Sonnabend präsentierte sich das einheimische Selfmade-Unternehmen darum mit weit offenen Türen und allerbester Feierlaune.

Bereits die verschmitzte Begrüßung durch Firmengründer Arvid Kremer höchstpersönlich – er hat die Geschäftsführung mittlerweile in die fähigen Hände seiner beiden Söhne Armin und Frank gelegt – versprach einen höchst vergnüglichen Tag für das gesamte Landputen-Team und seine zahlreichen Gäste.

„Am Anfang war das Ei“, zitierte der gestanden Tierarzt zunächst ein geflügeltes Wort, um es sofort mit seiner persönlichen Erfahrung zu korrigieren: „Nein – das Putenschnitzel!“  Denn genau jene hierzulande damals kaum gekannte Köstlichkeit (am 3. Oktober 1989 von einer „Tante im Westen“ serviert) war für den Friedrichsruher Arvid Kremer quasi zur Initialzündung seiner Geschäftsidee geworden.

Fortan nämlich war der studierte Veterinär Feuer und Flamme für den vor dem Mauerfall zunächst verwegen erschienenen „Plan“, Mecklenburg-Vorpommern mit ebensolchen Genüssen zu versorgen. Zum Glück konnte sich der ursprünglich gelernte Fleischer mit Abitur ab dem Jahreswechsel 1990 praktisch ungehindert „schlau machen“, wie man denn einen Putenmastbetrieb mit eigener Schlachtung und Weiterverarbeitung unter marktwirtschaftlichen Bedingungen entwickeln könne und dazu passende Partner finden.

Allen Hindernissen in der Umbruchzeit zum Trotz konnte Arvid Kremer Mitte Mai 1990 die Mitglieder der in Auflösung befindliche LPG Severin überzeugen, Rinder und Schweine abzuschaffen und ihre Land- und Nahrungsgüterwirtschaft voll und ganz auf das vom amerikanischen Kontinent stammende Federvieh auszurichten.

 Inzwischen hatten zudem 26 Tierhalter aus der Nachbarschaft auf eine Zeitungsannonce hin ihr Interesse bekundet. Schließlich wurde am 29. Juni 1990 der Name „Mecklenburger Landpute“ aus der Taufe gehoben und kaum zwei Wochen später das zugehörige Logo. Letzteres war – im stählernen Großformat auf dem Firmengelände – ein beliebtes Fotomotiv für Mitarbeiter, Partner und Gäste der prosperierenden einheimischen Unternehmensgruppe mit mehr als 230 Mitarbeitern.

Den ganzen Tag über riss der Zustrom der Besucher aus nah und fern nicht ab. Alle nutzten die seltene Gelegenheit, sowohl „hinter die Kulissen“ des innovativen Putenmast-, Schlacht-, Zerlege- und Verarbeitungsbetriebs in Severin zu schauen, sich über die ausgeklügelte Produktpalette sowie Arbeits- und Lebensbedingungen für Mensch und Tier aus eigener Anschauung zu informieren und nicht zuletzt mit dem gastfreundlichen Landputen-Team gemeinsam das 25-Jährige zu feiern, wobei selbstverständlich auch die Verkostung vor Ort frisch zubereiteter Leckereinen aus seiner Hand nicht zu kurz kam.

Zeitweise schienen sogar die beiden Mecklenburger Landputen-Köche Felix Klaus und Torsten Schwaß mit ihrer Live-Küche dem benachbarten Bühnenprogramm die Show zu stehlen, obwohl selbiges wohlverdienten Beifall einheimste.

Schließlich gaben hier ganz junge aber auch gestandene Künstler aus der näheren Umgebung eine mitreißende Vorstellung im Weichbild des historischen Speichers, der nicht von ungefähr zum liebevoll restaurierten Geheimtipp außergewöhnlicher Gastlichkeit avanciert ist.

Den allerbesten Überblick über den Severiner Vorzeigebetrieb und das quirlig bunte Festgelände genoss man übrigens aus der Drehleitergondel, welche die Freiwillige Feuerwehr Crivitz in Dutzende Meter Höhe ausfahren konnte. Doch auch zu ebener Erde gab es allerlei zum Mitmachen und Ausprobieren von der ideenreichen Kinderbetreuung durch die KiTa „Pfiffige Füchse“ aus Friedrichsruhe bis zum Bogenschießen mit den Grebbiner Sportlern.

Und dann konnte man neben stolzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Azubis der Mecklenburger Landpute auch noch der überglücklichen Heide Ulbrich persönlich begegnen, die spontan ihre selbst verfasste Chronik signierte, welche man ihr förmlich aus den Händen riss. Fürwahr ein schönes Jubiläum, das Appetit macht auf zukünftige.

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