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Parchimer Zeitung

22. September 2017 | 17:12 Uhr

Parchim : Alter Platz bekommt neuen Glanz

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Stadtvertreter stimmen der Neugestaltung des Mönchhofes zu, fordern aber eine deutliche Kostensenkung

Im kommenden Jahr bekommt der alte Mönchhof in der Parchimer Innenstadt ein neues Antlitz: Die Stadtvertreter gaben in dieser Woche grünes Licht für die Umgestaltung des sichtbar in die Jahre gekommenen Platzes. Wie bereits im Vorfeld ausführlich diskutiert, sollen im Bereich hin zur Langen Straße eine überdachte Fahrradstation mit zunächst zwei Ladestationen, Servicepoint und Schließfächern sowie eine automatisierte, unter strengem Regime gereinigte WC-Anlage aus hochbelastbaren Materialien errichtet werden (SVZ berichtete). Finanziell soll das ehrgeizige Projekt im Wesentlichen aus Städtebaufördermitteln gestemmt werden.

Für das Gesamtprojekt sind etwa 931 700 Euro veranschlagt, von denen die Stadt einen Eigenanteil von etwa 170 000 Euro aufzubringen hätte. Doch gerade an den Kosten schieden sich auf der Stadtvertretersitzung die Geister: „Die erscheinen mir zu hoch“, brachte Jürgen Gärtner von der sozialdemokratischen Fraktion die Diskussion ins Rollen. SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Büsch pflichtete ihm bei und signalisierte, dass es eine Zustimmung zu dem Vorhaben nur gebe, wenn der Entwurf unter der Maßgabe einer deutlichen Kostenreduzierung überarbeitet werde. Er persönlich sehe Einsparpotenzial zum Beispiel bei der Materialwahl für die Pflasterung und bei der Gestaltung des Wasserlaufes. Allein für die Gestaltung der Freifläche auf dem Mönchhof war ein finanzieller Rahmen von etwa 657 251 Euro gesteckt worden. Die Stadt argumentiert, man wolle mit einem gehobenen Standard eine sehr langlebige Qualität zu schaffen. „Ich finde das insgesamt eine tolle Sache, aber es tut weh bei dem Preis“, gab auch Elke-Luise Skiba von der Links-Fraktion zu bedenken. „Ich kann den Bürgern nicht erklären, dass wir diesen kleinen Platz mit fast einer Million Euro aufwerten. Wir sind eine stolze Kreisstadt, aber keine Hauptstadt“, warf sie in die Runde. CDU-Stadtvertreter Gerhard Koch entgegnete, dass eine zukunftsweisende Entscheidung für die Bürger der Stadt zu treffen sei: Sie hätten den Anspruch, „dass was Ordentliches, Langlebiges hingestellt wird. Wir verschönern unsere Heimatstadt, da bin ich für und gegen Erbsenzählerei.“

Schließlich warb Bürgermeister Dirk Flörke mit einem Angebot der Verwaltung um einen Kompromiss: Sein Vorschlag, der Neugestaltung des Mönchhofes zuzustimmen mit der Auflage, den bisherigen Gestaltungsentwurf kostenmäßig deutlich abzuspecken und die endgültige Planung der Stadtvertretung zur Beschlussfassung vorzulegen, fand die mehrheitliche Zustimmung. Angedacht war von der Stadt, in diesem Monat die entsprechenden Förderanträge zu stellen. Das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren soll im Dezember beginnen. Als Baubeginn ist der März 2018, als Fertigstellungstermin der November 2018 anvisiert. Stadtvertreter Jürgen Gärtner, selbst jedes Jahr viel auf Fernradwegen unterwegs: „Der Standort für die Fahrradstation ist ideal. Und welche Stadt kann schon mit zwei Fahrradhändlern gleich in der Nähe punkten. Das ist fast Weltspitze.“
 

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