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Volkshochschulen aus Parchim und Ludwigslust : Alles bereit für die große Fusion

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Die Kreisgebietsreform brachte viele Veränderungen für die Altkreise Parchim und Ludwigslust mit sich und nicht jede Entscheidung und jeder Plan des neuen Kreises traf immer auf Zustimmung bei den Betroffenen.

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erstellt am 14.Jul.2013 | 05:20 Uhr

Parchim/Ludwigslust | Die Kreisgebietsreform brachte viele Veränderungen für die Altkreise Parchim und Ludwigslust mit sich und nicht jede Entscheidung und jeder Plan des neuen Kreises traf immer auf Zustimmung bei den Betroffenen. Zuletzt führte die Formulierung im Schulentwicklungsplan, Parchim solle neben Hagenow unselbstständiger Außenstandort des künftigen Regionalen Beruflichen Bildungszentrums mit Sitz in Ludwigslust werden, zu einer Demonstration vor dem Solitär der Kreisverwaltung in Parchim. In diesem Kampf hatte die Kreisstadt die Nase vorn: Künftig wird Parchim Sitz der Beruflichen Schule.

Das nicht jede Fusion derart schwierig sein muss zeigt das Beispiel der Musik- und Volkshochschule (VHS). "Insgesamt ist das Zusammenwachsen der Altkreise eher schwierig - bei uns weniger. Vielleicht auch, weil wir sowohl in Parchim als auch in Ludwigslust ähnlich ticken", verrät Sylvia Voll, Leiterin der Volkshochschule und Fachdienstleiterin für Musik- und Volkshochschule. Am 1. August werden die vier Musik- und Volkshochschulen der beiden Altkreise offiziell miteinander fusionieren. Die Satzungen, Honorare und Teilnahmegebüren zusammenzuführen sei im Vorfeld aufwendig gewesen, aber nun stehe dem Zusammenwachsen nichts mehr im Weg, so die Leiterin.

Inzwischen haben Parchim und Ludwigslust auch eine gemeinsame Datenbank, die seit der vergangenen Woche im Internet zur Verfügung steht. Hier können sich Interessierte aus dem gesamten Landkreis über die Kursangebote informieren und auch gleich Online einschreiben. Wie gewohnt wird das Programmheft des Herbstsemesters am Freitag, 19. Juli, mit dem Landboten an alle Haushalte verteilt und dann heißt es schnell sein, denn für beliebte Kurse, wie das Nachholen von Schulabschlüssen, gibt es schon jetzt mehr als 60 Anmeldungen.

"Für das kommende Semester haben wir 200 Kurse geplant. Die meisten davon in Parchim, Ludwigslust und Lübz. 190 Dozenten werden bei den neuen Kursen zum Einsatz kommen - darunter viele alte Hasen und auch ein paar neuen Gesichter", fasst Sylvia Voll zusammen, die weiß wie viel Organisation dafür nötig war. Allein die Volkshochschule hat mehr als 5 000 Teilnehmer im Jahr. Dazu kommt die Musikschule, deren rund 1 400 Schüler ebenfalls gut betreut werden möchten.

Besonders stolz ist die VHS-Leiterin auf die große Bandbreite der Angebote, die auch durch die Fusion noch vielseitiger geworden ist. "Wir bieten Kurse in sechs verschiedenen Fachbereichen an. Da ist alles dabei: Von Handarbeit, über das Philosophische Café und EDV-Kurse, bis hin zum Japanisch lernen - wer da nichts findet, ist selbst Schuld", sagt Sylvia Voll lächelnd.

Die Alphabetisierungskurse liegen Sylvia Voll, die seit 2006 die Volkshochschule leitet, besonders am Herzen. "Diese Kurse sind sehr schwer in Gang zu setzen, weil die anfängliche Scheu der Betroffenen unglaublich groß ist. Hier möchten wir als Volkshochschule noch viel mehr tun und hoffen auch darauf viele Partner mit ins Boots zu holen und Chefs für dieses Thema zu sensibilisieren", erklärt Sylvia Voll, die schon oft beobachtet hat, wie die Teilnehmer während der Kurse aufblühen, selbstbewusster werden und am Ende mit Stolz ihr Zertifikat in den Händen halten. Diese Kurse können auch der Start für manch einen Migranten sein, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. So lernen sie zunächst lesen und schreiben und erweitern ihre Kenntnisse in den Integrationskursen. Hier lernen die Migranten neben der Sprache auch gesellschaftspolitische und historische Grundlagen, um schließlich den Einbürgerungstest erfolgreich zu meistern. "Unsere Erfolgsquote ist bei diesen Prüfungen sehr gut, das erfordert aber auch eine tägliche Anwesenheit. Bis zu 900 Unterrichtsstunden müssen die Teilnehmer hierfür absolvieren", resümiert die VHS-Leiterin. Bei so viel Engagement der Teilnehmer, Dozenten und Mitarbeiter kann die Fusion kommen und vielleicht wachsen die Altkreise so auch wieder ein Stückchen weiter zusammen.

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