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Radtourismus soll Region beleben : Alle Radwege führen durch Pampin

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Das vom Kulturforum Pampin entwickelte Konzept für die touristische Belebung der Region setzt auf Radtourismus und nimmt Gestalt an. Dazu wird eine neue Fahrradkarte produziert.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2012 | 09:58 Uhr

Pampin | Was Rom im Mittelalter war, könnte Pampin in absehbarer Zukunft werden, zumindestens für die wachsende Zahl der Pedalritter. "Alle Radwege führen durch Pampin" ist eine Vision, die in der Ideenschmiede "Kulturforum Pampin" inzwischen deutlich Konturen bekommt. "Die Region, die nur auf dem ersten Blick nichts sagend ist und an der Peripherie liegt, kann andererseits mit Kleinoden und einer reizvollen Landschaft punkten", meint Prof. Dr. Wolfgang Vogt vom Kulturforum Pampin, der 2008 als "Ort der Ideen" für bundesweites Aufsehen sorgte. Für den Experten steht fest: "Wer der demographischen Entwicklung trotzen und neues Leben in die Dörfer bringen will, muss alle Grenzen überwinden und den Blick von der eigenen Scholle ins weite Land richten". Es sei eine große Herausforderung und "Resignation der schlechteste aller Ratgeber".

"Pampin hat eigentlich eine optimale Lage und gleich drei schöne Vorstädte", meint Prof. Dr. Vogt mit einem Schmunzeln auf der Stirn. Für die Städter aus Hamburg, Berlin und Schwerin ist die Region am Fuß des zweitgrößten Berges Mecklenburgs ein interessantes Naherholungsgebiet, dass über die Autobahn auch problemlos erreichbar ist. Nicht selten schnallen sich die Naturliebhaber das eigene Fahrrad auf den Anhänger und wollen vor Ort die Gegend aus der Pedalrittersicht erkunden. "Nicht ohne Grund steht der Radtourismus im Mittelpunkt. Die Zuwachsraten sprechen für sich", so Prof. Vogt. Mit seinen Mitstreitern ist er sich einig, dass die Maschen des touristischen Netzwerkes noch viel zu weit sind und die Partner endlich an einen Tisch gehören.

Als vor mehr als drei Jahren die damaligen Landkreise Müritz, Parchim und Prignitz die Eröffnung des 414 Kilometer langen Rundkurs von der Elbe durch die Parchimer Region bis zur Müritz in Pampin gebührend feierten, waren sich die Beteiligten sicher, das davon die bislang kaum bekannte Gegend zwischen Flusslandschaft und Seenkette ebenso wie die Städte Parchim, Röbel, Plau am See und Lübz profitieren.

Doch die Etappe ist auch hier nicht das Ziel. "Nun kommt es darauf an, mehr touristische Anbieter ins Boot zu holen und die Infrastruktur Schritt für Schritt zu entwickeln. "Die Förderpolitik der EU hat allerdings ihre Tücken. Dringend benötigte Gelder können nicht abgerufen werden, weil Kommunen den Eigenanteil nicht aufbringen können", beklagt Prof. Vogt die aktuelle Situation.

Auch das Kulturforum Pampin will sich touristisch stärker einbringen. Hier entsteht derzeit eine Herberge, die in der kommenden Saison bis zu zwölf Radtouristen Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Langweilig dürfte es den Gästen nicht werden, denn unmittelbar hinterm Haus lädt der Skulpturenpark und die Galerie des Kulturforums zu einem Besuch ein. Im Nachbarort wartet mit dem europaweit einmaligen Elefantenhof eine weitere Attraktion auf die Touristen.

Fast fertig gestellt ist inzwischen eine professionelle Radwanderkarte, die erstmals die gesamte Region erfasst und im kommenden Jahr überall verfügbar sein wird. In den nächsten Wochen wird Prof. Vogt weiter am touristischen Netz knüpfen und Gespräche in den Dörfern führen. In der Gemeinde Siggelkow ist er mit seinen Ideen auf offene Ohren gestoßen. Auch Suckow und Drefahl sollen stärker einbezogen werden. Dort wird es in der nächsten Saison auch wieder ein Gasthaus geben. "Es geht um eine strategische Partnerschaft", betont Prof. Vogt.

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