Suchtberatung : Alkohol bleibt Droge Nummer eins

Schluck aus der Flasche:  Durch Alkohol werden in der Region viele Frauen und Männer krank.
Schluck aus der Flasche: Durch Alkohol werden in der Region viele Frauen und Männer krank.

Suchtberater in Parchim, Sternberg, Lübz und Plau helfen 674 Frauen und Männern. Erstmals wird ist auch einen Kurs für Arbeitgeber geplant

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03. März 2015, 15:47 Uhr

Um 674 Frauen und Männer kümmerten sich die Suchtberater in Parchim, Sternberg, Lübz und Plau am See im   Jahr 2014. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als 641 Klienten betreut wurden. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Diakonie-Suchthilfezentrums hervor.

Alkohol bleibt   nach den aktuellen Auswertungen die Problemdroge Nummer eins. Allein   483 Betroffene (2013: 460) erhielten Hilfe von den Spezialisten. Leicht zurück gegangen ist hingegen die Zahl derjenigen, die im Altkreis Parchim wegen Sucht nach illegalen Drogen, darunter Cannabis und Opioide, Hilfe suchten. Zuletzt waren es 101, im Jahr davor noch 111. Bereits an dritter Stelle der Suchtpatienten stehen  Menschen, die durch Medikamente in die Abhängigkeit geraten sind (26). Außerdem holten sich 22 Frauen und Männer wegen ihres Tabakkonsums, 14 wegen Essstörungen, 18 Spieler und zehn Angehörige Unterstützung.

Laut den aktuellen Zahlen ist der Anteil der Menschen mit Drogenproblemen in der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren offenbar verhältnismäßig hoch. Mehr als jeder vierte Klient der Beratungsstellen im Altkreis Parchim gehört dieser Gruppe an. Ebenfalls sehr viele Frauen und Männer zwischen 30 und 39 sowie zwischen 40 und 49 Jahre erhalten Hilfe im Kampf gegen  ihre Sucht. Aus diesen Altersgruppen stammen jeweils über ein Fünftel aller Betroffenen im Suchthilfezentrum.

Mehr als ein Drittel – rund 37 Prozent – der Suchtkranken, die in Parchim, Sternberg, Lübz und Plau betreut werden, sind arbeitslos. Nach der Zahl der Betreuten folgen Arbeiter, Angestellte und Beamte (24 Prozent) sowie Rentner und Pensionäre (15 Prozent).

Wie Jutta Scharf, die Leiterin des Suchthilfezentrums  Parchim erklärt, wolle man zur Hilfe von Suchtkranken ein Netz von kompetenten Partnern aufbauen. „Wir wünschen uns sensible Multiplikatoren“, erklärt sie. 

Diesem Ziel dienen auch mehrere Kurse. Derzeit läuft einer für Mitarbeiter aus   sozialen Einrichtungen  in der Reihe  „Durchblick statt Dschungelblick“ im Suchthilfezentrum in der Parchimer Stegemannstraße. Die nächsten Veranstaltungen   in dieser Reihe sind   am heutigen Mittwoch um   17  Uhr            mit   Matthias Manke, Jugendrichter am Amtsgericht in Parchim, zu rechtlichen Aspekten der Sucht und  am 11. März mit Birgit Grämke von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtprävention zu   Sucht im    Zusammenhang mit   mit Medien, Computern und Handy. Noch in diesem Jahr plant das Suchthilfezentrum auch einen speziellen Kurs für Arbeitgeber. Es gebe ein große Unsicherheit in den Betrieben, wie man auf Mitarbeiter mit Suchtproblemen reagieren soll, meint Jutta Scharf. Während früher schnell gekündigt und neu eingestellt wurde, würden heute gute Arbeitskräfte fehlen. „Die Betriebe wollen ihre Mitarbeiter halten“, weiß die Suchtberaterin.  Die Arbeitgeber sollen Tipps bekommen z.B. zu den Fragen: Wie spricht man Suchtkranke an? Wann sollte man intervenieren? Wann sollte man sich an die Suchtberater wenden? Welche Gesetze sind zu beachten? Wichtig sei, Probleme frühzeitig anzusprechen, Grenzen aufzuzeigen, meint Jutta Scharf: „Oft wird zu lange gewartet.“  (Weitere Informationen im Suchthilfezentrum, Telefon 03871-66041).

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