Bürgermeisterwahl 2015 : Alisch und Flörke in die Stichwahl

Kurz nach 17 Uhr begann wie hier im Rathauskeller in allen Wahllokalen die öffentliche Auszählung.
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Kurz nach 17 Uhr begann wie hier im Rathauskeller in allen Wahllokalen die öffentliche Auszählung.

Im ersten Wahlgang erreicht keiner der Bewerber die absolute Mehrheit / Flörke mit 651 Stimmen vor Alisch / Glanz: 1419 Stimmen

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26. April 2015, 19:29 Uhr

Der Wahlkrimi geht weiter. Um 18.34 Uhr stand gestern Abend fest: Keiner der drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in der Kreisstadt hat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Dirk Flörke (CDU) liegt mit 651 Stimmen vor Einzelbewerberin Birgit Alisch. Sebastian Glanz (Einzelbewerber) landet mit 1419 Stimmen auf Platz 3. Damit treten Flörke und Alisch am 10. Mai zu einer Stichwahl an.

Dirk Flörke hat sich am Abend mit seinem Wahlkampfteam getroffen, um die nächsten Schritte zu beraten. „Wir haben alles gegeben und legen noch einmal zu“, sagt er. „Ich bin glücklich“, so die erste Reaktion von Birgit Alisch, die sich ebenfalls mit ihren Helfern getroffen hat. Sie will bis zur Stichwahl an ihrer Strategie nichts ändern. „Ich werde keine Schwimmhalle versprechen“, meint sie gut gelaunt. Sebastian Glanz, war zwar sichtlich geknickt, will sich aber auf jeden Fall weiter in die Kommunalpolitik einbringen. „Mit mir ist in vier und in sieben Jahren bei den nächsten Wahlen wieder zu rechnen“, so der 29-Jährige Einzelbewerber.

Die Bürgermeisterdirektwahl stand lange unter keinem guten Stern. Nachdem die Christdemokraten bereits im September 2014 den parteilosen Stadtpräsidenten Dirk Flörke als ihren Kandidaten öffentlich gekürt hatten, wollten die Sozialdemokraten mit einer Doppelstrategie die Nachfolge von Bernd Rolly (SPD)  sichern. Zunächst brachten sie den früheren Ersten Stadtrat Detlev Hestermann als kompetenten Kandidaten ins Spiel und wollten gleichzeitig mit einer bundesweiten Ausschreibung nach weiteren Bewerbern suchen. Detlev  Hestermann, der überraschend bei der Wahl zu Rollys Stellvertreter in der Stadtvertretung durchgefallen war durchgefallen war, zog die Reißleine und trat nicht mehr an. Der SPD-Ortsverein reagierte  sauer und stand  ohne eigenen Kandidaten da.  Jungunternehmer Sebastian Glanz, selbst parteilos, hat nach gründlicher Überlegung das Angebot der Sozialdemokraten angenommen, ihn im Wahlkampf zu unterstützen. Die Linken haben frühzeitig signalisiert, dass sie keinen geeigneten Kandidaten für Rollys Nachfolge aufstellen werden. Daran hat man sich gehalten. Überraschungskandidatin Birgit Alisch, selbst seit mehr als 20 Jahren in  Führungspositionen im Rathaus tätig, hat vor allem auf Kompetenz gesetzt.

Das Bewerber-Trio hat letztendlich dafür gesorgt, dass die Wahl für  Interesse gesorgt hat. Im eher ruhigen „Wahlkampf“ wurden Unterschiede  in den Konzepten oftmals nicht klar. Für die  Parchimer, darunter endlich wieder mehr junge Leute, war es dennoch Anlass,  sich mit der Stadtentwicklung auseinander zu setzen. Viele wünschen sich mehr Dynamik für eine wirtschaftlich starke und lebenswerte Stadt. Dazu gehören offenbar auch Visionen wie den Bau einer Schwimmhalle, eines Kulturzentrums in der alten Elde-Mühle und einer effektiveren Wirtschaftsförderung.

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Krokodilstränen wurden vergossen, als bei der Wahl vor knapp einen Jahr nur noch jeder Dritte Parchimer überhaupt seine Stimme abgegeben hatte. Da haben einige gehofft, dass diesmal wieder mehr Parchimer mobilisiert werden können. Geht es doch schließlich um eine Richtungsentscheidung für die kommenden sieben Jahre. Das sollten sich die Kreisstädter nicht aus der Hand nehmen lassen. Aber die Realität sieht anders aus. Wieder nahmen nur verhältnismäßig wenige ihr Wahlrecht wahr. In 14 Tagen gibt es für alle eine neue Chance.

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