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Parchimer Zeitung

16. Dezember 2017 | 12:12 Uhr

Parchim : Algenalarm am Pütter Wockersee

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Städtisches Freibad erneut vorübergehend geschlossen. Warnung vor Zerkarien. Prognose für Badebetrieb bleibt schwierig.

von
erstellt am 15.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Sonne satt, angenehme Temperaturen im Wasser und an Land sowie ein einladendes Freibad. Eigentlich stimmt der Mix für einen perfekten Ferientag am Wockersee. Und doch war am Montagnachmittag für kleine und große Wasserratten der Badespaß abrupt zu Ende. Die diensthabenden Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zogen die Reißleine. Ein großer Algenteppich hatte wieder einmal den Badebereich erreicht. Die Sichttiefe war damit auf einen Schlag so gering, dass ein akutes Sicherheitsrisiko für die Badegäste nicht auszuschließen war. „Daraufhin wurde zunächst ein Badeverbot bis 20 Uhr verfügt“, so Stadtsprecher Torsten Schünemann. Die Hoffnung, dass sich bis zum nächsten Morgen der Algenteppich genauso schnell verzieht wie er kam, erfüllte sich zunächst nur teilweise. Der lange geplante Schwimmunterricht konnte in einem fast algenfreien Bereich des Freibades durchgeführt werden. Am anderen Ende waren die Reste des Algenteppichs noch gut zu erkennen. Um 10 Uhr haben sich planmäßig die Tore für Jedermann geöffnet und der Badespaß ging in die nächste Runde. Am Dienstagnachmittag wurde das Bad aber erneut geschlossen.

Schon vor zwei Wochen zogen die Verantwortlichen vor Ort die Notbremse und das Bad wurde für einige Stunden gesperrt. „Wir betonen ausdrücklich, dass die Wasserqualität völlig in Ordnung ist“, versicherte die Stadt. Die jüngste Wasserprobe von Amts wegen erfolgte am 7. August um 10 Uhr. Alle Werte entsprechen den EU-Vorgaben mit dem Fazit „Zum Baden geeignet“. Am Eingang des Freibades wird allerdings auf „Zerkarien“ hingewiesen. Es handelt sich um Gabelschwanzlarven, die sich beim Baden in die Haut einbohren und Badedermatitis auslösen können. Betroffene bemerken meist drei bis zehn Minuten nach Badebeginn schwer lokalisierbares Jucken. Vor allem wasserpflanzenreiche Uferzonen sind zu meiden.

Das derzeit von den Algen verursachte See-Problem ist vor allem ein optisches. Der Wind treibt den Algenteppich ins Freibad und wird dort von den Absperrleinen ausgebremst. Vor allem ein erhöhter Nährstoffeintrag (darunter Phosphor im Kot von Wasservögeln) begünstigt die Algenbildung. Sommerliche Temperaturen beschleunigen den Vorgang. Bei den regelmäßigen Wasserproben wird nicht auf Blaualgen, sondern nach coliformen Keimen (Salmonellen, Klebsiellen oder Enterobakterien) untersucht, die das Immunsystem von Menschen schädigen können. Die Sichtkontrolle der Badaufsicht entscheidet, ob Algenalarm ausgelöst werden muss. Schwierig sind diese Entscheidungen, weil die Algen sich sehr schnell bilden und meist genauso schnell auch wieder verschwinden können.

Die Problematik ist für den Parchimer Wockersee nicht neu. Immer wieder musste das städtische Bad mitten in den Ferien kurzfristig die Tore schließen. Auch in den kommenden Tagen kann leider nicht ausgeschlossen werden, dass Badegäste unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen müssen. Für die anderen offiziellen Badestellen in der Region gibt die Sprecherin der Landkreisverwaltung Susann Koch Entwarnung: „In den Badegewässern im Landkreis haben die Inspektoren nichts Auffälliges festgestellt“.

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