Parchim : Ärger am Grab

Nicht nur Blumen, sondern auch Beigaben entsorgt. Stadt verweist auf Satzung.

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23. März 2019, 05:00 Uhr

Das ging unserem Leser Horst Mißfeldt aus Parchim sehr an die Nieren: Als er den Friedhof besuchte, musste er feststellen, dass auf der anonymen Urnengemeinschaftsanlage mal wieder gründlich „Klarschiff“ gemacht wurde: Entsorgt wurden nicht nur verwelkte Blumen und Pflanzschalen, sondern viele Beigaben, wie zum Beispiel in Gestecke eingebundene Figuren, Kerzen und andere Dinge.

„Mich hat das sehr traurig gemacht und es ist nicht das erste Mal, dass unangekündigt alles beseitigt wurde“, schilderte unser Leser am Heißen Draht unserer Zeitung. Auch andere Friedhofsbesucher hätten für diese Vorgehensweise kein Verständnis, habe er in Gesprächen mit Hinterbliebenen herausgehört.

Die Bepflanzung, Gestaltung, Unterhaltung und Pflege der anonymen Urnengemeinschaftsanlage gehören zu den Zuständigkeiten des Friedhofsträgers - also der Stadt Parchim. Im Rathaus beruft man sich auf die Friedhofssatzung, in der alles eindeutig geregelt sei – also auch die regelmäßige Beräumung der verwelkten Blumen und unansehnlich gewordenen Kränze sowie von anderem Grabschmuck. Zudem sei die Ablage von Grabschmuck nur an den dafür vorgesehenen Stellen – so genannten Blumenablageflächen – zulässig. „Das Friedhofspersonal beziehungsweise beauftragte Pflegefirmen sind deshalb berechtigt, Blumen und Gebinde von den Grabflächen ohne Ankündigung zu beräumen“, verweist man im Rathaus auf die entsprechende Satzung. Darin ist auch festgeschrieben, dass Kunststoffe und andere nicht verrottbare Werkstoffe im Grabschmuck nicht verwendet werden dürfen.

All das ist unserem Leser durchaus bewusst. Dennoch wünscht er sich ein wenig mehr Einfühlungsvermögen seitens des Friedhofsträgers im Umgang mit der Sache. „Ein kleiner Hinweis im Schaukasten, an dem jeder Friedhofsbesucher vorbeikommt, würde doch ausreichen. So hätten Angehörige zumindest die Möglichkeit, einige Dinge selbst zu beräumen“, regt er an.

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