zur Navigation springen

Parchim-Lübz : Abwassergebühr steigt im Umland

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Zentrale Entsorgung wird teuer beim Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz / Kostentreiber ist der Klärschlamm

svz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 18:44 Uhr

Die Abwasserentsorgung im Parchimer und Lübzer Umland wird zum Jahreswechsel teurer für die Bürger. Hauptgrund ist der enorm gestiegene Aufwand bei der Klärschlammentsorgung.

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz (WAZV) hat die neuen Sätze beschlossen. Die monatliche Grundgebühr für Haushalte, die an die zentrale Kanalisation angeschlossen sind, steigt von neun Euro auf 11,75 Euro pro Wohneinheit, die Mengengebühr von 3,32 auf 3,62 Euro pro Kubikmeter. Die Entscheidung der Bürgermeister darüber fiel in der jüngsten Verbandsversammlung einmütig bei nur einer Stimmenthaltung.

Zuvor hatte es allerdings eine intensive Diskussion im WAZV-Vorstand gegeben, erfuhr SVZ von Verbandsgeschäftsführer Lothar Brockmann. Fünf Alternative standen zur Auswahl. Eine Variante war beispielsweise, die Grundgebühr noch stärker anzuheben, dafür aber die Mengengebühr konstant zu halten. Das wäre Brockmann selbst am liebsten gewesen. Denn er befürchtete, dass die Bürger mit einer höheren Verbrauchsgebühr am falschen Ende sparen. Sprich bei der Menge von Wasser und damit auch Abwasser. Das Sparen würde einen Teufelskreis in Gang setzen. Denn letztlich ändern sich die Kosten beim Ver- und Entsorger kaum, unabhängig davon, wieviel Wasser verbraucht wird. Letztlich einigte sich der Vorstand auf besagten Kompromiss: Sowohl die Grund- als auch die Mengengebühr steigen.

Unter Handlungsdruck steht der WAZV, weil im nächsten Jahr allein 50 000 Euro zusätzlich benötigt werden, um den Klärschlamm zu entsorgen, der auf der Anlage in Dobbertin anfällt. Nur das entspricht zusätzlichen Mehrkosten von 60 Cent pro Kubikmeter eingeleitetes Schmutzwasser, erklärt Brockmann. Grund ist, dass der Klärschlamm aus Dobbertin, der in vergangenen Jahren landwirtschaftlich verwertet wurde, nicht mehr auf die Felder darf. Erstmals musste der WAZV dieses Jahr Klärschlamm aus Dobbertin zur Verbrennung bringen, hatte Bereichsleiter Michael Benkmann im September gegenüber unsere Zeitung erklärt. Der Kupfergehalt in der Substanz lag über den erlaubten Werten. Die Verbrennung koste das Dreifache wie die Ausbringung auf Feldern.

Ein Teil des Klärschlamms aus dem WAZV-Gebiet, der in der Parchimer und Lübzer Region anfällt, darf noch als Dünger verwandt werden. Er wird in den Kläranlagen der beiden Städte aufbereitet. Allerdings gibt es Bestrebungen der Politik, dass deutschlandweit die Hürden für die Verwendung von Klärschlamm als Dünger weiter erhöht werden oder dessen Ausbringung auf den Feldern ganz verboten wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen