Kreisjugendring Ludwigslust-Parchim : Absolut fair: Projekt jetzt kreisweit

<fettakgl>Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft</fettakgl> nahmen begeistert an einem Familiensportfest des Parchimer Projekts 'Vielfalt-ABSolut fair' teil.<foto>Bernd Möschl</foto>
Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft nahmen begeistert an einem Familiensportfest des Parchimer Projekts "Vielfalt-ABSolut fair" teil.Bernd Möschl

Der Kreisjugendring Ludwigslust-Parchim startet fair ins Jahr 2013. Das Projekt "Vielfalt - ABSolut fair" gilt zu den erfolgreichsten Gewaltpräventionsprojekt landesweit. Das Projekt ist seit 2008 erfolgreich.

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11. Januar 2013, 06:05 Uhr

parchim | Der Kreisjugendring Ludwigslust-Parchim startet fair ins neue Jahr. Das Projekt "Vielfalt - ABSolut fair" gilt als eine der erfolgreichsten Präventions- und Integrationsaktionen landesweit. Mit sportlichen Angeboten wird seit 2008 in Parchim so das gemeinsam von Präventionsrat und Polizei entwickelte Gewaltpräventionsprojekt für junge Menschen mit Migrationshintergrund fortgesetzt - jetzt sogar im ganzen Kreisgebiet.

Ralf Westendorf, Geschäftsführer des Kreisjugendrings und Koordinator für die teilnehmenden rund 15 Vereine und Einrichtungen: "Der Titel unseres Projekts soll auch als Motto über seinen sportlichen Aktivitäten stehen." Pate dieses Namens ist der in Groß Godems geborene Carl (Karl) Abs (1851-1895), der zu seiner Zeit als der stärkste Mann der Welt galt und 1884 in New York erster Weltmeister im Ringen wurde. Was sich genau hinter dem Projekt verbirgt, verrät Ralf Westendorf: "Unsere sportlichen Angebote sollen zum einen Selbstzweck sein - schlicht anregen, in der Freizeit Sport zu treiben. Zum anderen sollen die Trainingszeiten auch eine Kontaktmöglichkeit zwischen Jugendlichen verschiedener Geburtsländer sein, zwischen Randgruppe und Mitte, durchaus auch zwischen Straffällig und Polizei - auf einer ganz anderen als der sonst üblichen Ebene."

Vor allem sollen mit "Vielfalt - ABSolut fair" über den Sport Mädchen und Jungen erreicht werden, die keinen klassischen Vereinen angehören. Adressaten sind außerdem die vielen Kinder mit Migrationshintergrund, um ihnen zu helfen, sich in ihrem neuen Lebensumfeld heimischer fühlen. Leben rund 3300 ausländische Mitbürger aus 90 Nationen im gesamten Landkreis, sind es in Parchim mehr als 1000, meist in der Weststadt.

Das Projekt will aber nicht nur Kinder ansprechen. Ralf Westendorf: "Zielgruppe sind vielmehr alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Altersgruppe von 14 bis 25 Jahren, straffällig oder nicht, zugewandert oder in Mecklenburg geboren, die sich durch die geplanten Angebote angesprochen fühlen." Dabei sollen es nicht kurze spektakuläre Ereignisse sein, vielmehr nutzen die Macher vorhandene Alltagsangebote und sensibilisieren sie für das Projektziel.

Nicht nur in der Projektgruppe, sondern auch unter den Trainern sind Migranten zu finden, sowohl Spätaussiedler (Kasachstan) und Asylbewerber (Aserbaidshan/Sri Lanka) als auch weitere Ausländer (Ungarn), die begeistert bei der Sache sind. Westendorf: "Dies ist nicht nur ein Signal in der Öffentlichkeit, sondern vor allem für die betreuten Kinder und Jugendlichen. Unsere Trainer vermitteln ihnen, dass Beständigkeit und Regelmäßigkeit die Schlüssel zum Erfolg sind." Die ersten Teilnehmer kommen jetzt in ein Alter, in dem sie sich selbst gern als Sozialarbeiter engagieren wollen.

Im vergangenen Jahr gehörte zum Beispiel Kraftsporttraining im Kinder-, Jugend- und Familientreff zu den Angeboten von "Vielfalt - ABSolut fair". Daraus wurde ein Wettkampf um den Carl ABS-Pokal. In einem Selbstverteidigungskurs in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst lernten die Jugendlichen nicht nur die Regeln der Selbstverteidigung, sondern auch Angemessenheit und Fair Play. Die offene Trainingszeit - verschiedene Ball- und Wettspiele, freie Bewegung - in der Sporthalle war ein voller Erfolg. Die Kooperation mit den Parchimer Schulen, in denen Schüler mit Migrationshintergrund soll ausgebaut werden. Raflf Westendorf: "Wir denken z.B. an Präsenz und Unterstützung während der Interkulturellen Woche, an individuelle Hilfen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund."

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