Badesaison in Parchim : Wockersee mit Spitzenwasserqualität trotz Trübung

Der Wockersee mit Sicht auf die Parchimer Innenstadt.
Der Wockersee mit Sicht auf die Parchimer Innenstadt.

Der Wockersee ist trüber als andere Badegewässer der Region, hat aber laut Landesgesundheitsamt eine ausgezeichnete Wasserqualität.

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28. Juli 2020, 16:10 Uhr

Parchim | Wie sauber ein Gewässer ist, hängt davon ab, wie viele Darmbewohner darin leben. Gleich zwei darmliebende und darin lebende Mikroben zeigen uns Menschen, wie geeignet ein See zum Baden ist. Die Mikroben heißen Escherichia coli, besser bekannt als E. Coli, und Intestinale Enterokokken (IE). Beide Bakterien haben Fäkalien von Mensch und Tier auf der Speisekarte, was sie für die Wissenschaft und die Gesundheitsbehörden zu perfekten Indikatoren der Wasserqualität macht. Denn wer beim Baden fäkalfressende Bakterien in großer Menge verschluckt, bekommt selbst Magen-Darm-Probleme.

Die Darmbaktieren leben auch im Parchimer Wockersee. Der Badesee wirkt zwar trüber als andere Gewässer, besitzt aber dennoch eine ausgezeichnete Wasserqualität. Das Landesgesundheitsamt attestierte dem Parchimer Badesee in diesem Jahr die höchste Sauberkeit, drei Sterne.

Ausgezeichnete Wasserqualität

Der Grenzwert für die beste Wasserqualität liegt laut EU-Richtlinie für E.Coli bei 500. Im Wockersee ermittelte das Gesundheitsamt einen Wert unter 10. Die Zahl beschreibt die Koloniebildung des Bakteriums unter Laborbedingungen.

Auch bei den Intestinalen Enterokokken liegt der Wert im perfekten Bereich. Die EU gibt den Grenzwert 200 vor, beim Wockersee liegt er laut jüngster Messung bei 65.

Der See ist seit mindestens vier Jahren fast durchgehend sauber. Nur zweimal schossen die Werte nach oben, im Juli 2018 und im Juli 2019. Doch selbst damals lag alles im Bereich der besten Sauberkeit. "Manchmal genügt bereits ein großer Schwarm Wasservögel, um die Messwerte deutlich zu beeinflussen. Oder Einbringungen aus der Landwirtschaft. Normalerweise verschwinden diese Verunreinigungen in wenigen Tagen", sagt Gabriele Maibohm vom Landesgesundheitsamt.

Die Sauberkeit des Gewässers stellt die Behörde fest, indem sie alle vier Wochen Proben nimmt und damit die Konzentration der Bakterien im Wockersee misst. Für die Qualitätsbewertung legt das Gesundheitsamt die Messwerte der vergangenen vier Jahre zu Grunde. "Würden wir nach jeder Stichprobe alle vier Wochen die Wasserqualität neu bewerten, ergebe sich kein aussagekräftiges Bild", so Maibohm.

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Trotzdem reagiert die Behörde auch im Falle spontaner Verschmutzungen. Sollte eine hohe Verunreinigung festgestellt werden, gelte ein sofortiges Badeverbot, durchgesetzt vom Ordnungsamt. Erst nach einer Ursachenforschung und weiteren Proben würde der Wockersee wieder freigegeben werden.
 

Trübere Sicht als in den vergangenen Jahren

Die Klarheit des Wockersees ist eingeschränkter als in den Jahren zuvor. Die jüngste Messung ergab eine Sichttiefe von 80 Zentimetern, wo sonst eine Transparenz von über einem Meter üblich wäre. Völlig normal, sagen das Landesgesundheitsamt und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Niedriger Wasserstand, hohe Temperaturen und Einträge aus der Landwirtschaft können die Klarheit kurzfristig beeinflussen.

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