Parchim : Malerei erstrahlt in neuem Glanz

Restaurierungsarbeiten in luftiger Höhe: die Restauratoren Marcus Mannewitz und Bastian Hacker sowie die FSJler Louisa Wittorf und Lis Mette Eggers bei Arbeiten an der Gewölbedecke im Chorraum.
Restaurierungsarbeiten in luftiger Höhe: die Restauratoren Marcus Mannewitz und Bastian Hacker sowie die FSJler Louisa Wittorf und Lis Mette Eggers bei Arbeiten an der Gewölbedecke im Chorraum.

„Entdecken, was uns verbindet“: St. Mariengemeinde und ihr Förderverein beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals

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07. September 2018, 05:00 Uhr

Der Schlussspurt bei der Komplettsanierung der Parchimer St. Marienkirche ist längst eingeläutet: Nachdem in dieser Woche ein Großteil des riesigen Gerüstes im Innenraum abgebaut werden konnte, entfaltet sich nun die fertig restaurierte Deckenmalerei im allerheiligsten Bereich des Gotteshauses – im Altarraum. Ausgeführt wurden die Arbeiten in den zurückliegenden Wochen von den Diplomrestauratoren Marcus Mannewitz und Bastian Hacker. Zudem lieferte dieser Restaurierungsabschnitt in luftiger Höhe von acht bis neun Metern künftigem Fachkräftenachwuchs spannende Einblicke in die Denkmalpflege: Lis Mette Eggers und Louisa Wittorf aus Schleswig-Holstein absolvierten als Einstimmung aufs Studium bei Marcus Mannewitz ein Freiwilliges Soziales Jahr in diesem Bereich.

All sein Knowhow wird verlangt

Für Marcus Mannewitz aus Rostock ist die Perle der Backsteingotik in der Eldestadt seit etwa sechs Jahren vertrautes Terrain: „Ich arbeite gerne hier“, verrät der Fachmann, der in Dresden sein Handwerk studierte und seit einem viertel Jahrhundert Wandmalereien, gefasste Ausstattungsgegenstände sowie Gemälde für die Zukunft bewahrt. „Ich erlebe hier vor Ort ein sehr gutes Miteinander mit der Kirchengemeinde und dem Bauförderverein“, lobt der Experte. All sein fachliches Knowhow verlangt jetzt bis voraussichtlich in den November hinein die Restaurierung der inzwischen gereinigten und mit Seidenpapier fixierten lebensgroßen Apostelfiguren. Sie wurden bei der Neuausmalung der Kirche vor 110 Jahren von dem bekannten Kirchenmaler Willi Schomann (1881-1917) geschaffen. Von den zwölf Darstellungen sind sechs im Prinzip nur noch als Fragmente vorhanden. Eine Orientierungshilfe geben die erhalten gebliebenen Entwurfszeichnungen sowie alte Fotos.

Das Programm

Der bundesweit begangene Tag des offenen Denkmals am Sonntag bietet Interessierten eine gute Gelegenheit, entsprechend dem diesjährigen Motto zu „Entdecken, was uns verbindet“. Von 10 bis 12 Uhr bietet der Bauförderverein von St. Marien Führungen durch das Denkmal von nationaler Bedeutung an. Ab 15 Uhr ist in der Winterkirche das Kirchenkaffee geöffnet. Musikalisch führt diesmal das Parchimer Blockflötentrio durch den etwa zweistündigen Nachmittag: Seit einem Jahr musizieren die Musikpädagogen Bianka und Volker Schubert gemeinsam mit ihrem ehemaligen Schüler Paul Gerling.

Parallel lädt der Bauförderverein zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung ein. Der ist gedanklich längst schon beim nächsten großen Vorhaben: Mit dem Neuguss zweier Glocken soll das wertvolle Geläut mit den beiden über 500 Jahre alten Glocken komplettiert werden. Kirchenkreisverwaltung und Denkmalschutzbehörde haben bereits die denkmalrechtliche Genehmigung dafür erteilt.

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