Nach Kündigung des Winterdienstes : Ist Parchim für den Winter gerüstet?

Schnee sah  Parchim zwar schon eine Weile nicht mehr, doch was dieser Winter bereithält, kann niemand ahnen.
Schnee sah Parchim zwar schon eine Weile nicht mehr, doch was dieser Winter bereithält, kann niemand ahnen.

Betriebshof musste personell aufgestockt werden, nachdem kein neuer Vertragspartner gefunden wurde

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26. November 2020, 14:30 Uhr

Parchim | Verfügt der städtische Betriebshof über genügend Leute für den Einsatz gegen Eis und Schnee? Diese Frage stand auf der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Raum. Hintergrund: Einer der langjährigen Winterdienst-Vertragspartner der Stadt, ein Parchimer Unternehmen, musste die Zusammenarbeit nach vielen Jahren kündigen, da es für die Firma immer schwieriger wurde, Fachkräfte zu finden, die diese Arbeit übernehmen wollten.

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Bauamtsleiter Frank Schmidt konnte die besorgte Anfrage mit „Ja“ beantworten: Rechtzeitig vor dem ersten Schnee ist die Mitarbeiterzahl des Betriebshofes um vier Kollegen auf insgesamt 13 Vollzeitkräfte aufgestockt worden. Die Ausschreibung der unbefristeten Stellen löste eine Bewerberflut aus: Es habe mehr als 100 Interessenten gegeben.

Die vier neuen Kollegen sind bewusst nicht als Saisonkräfte eingestellt worden. Sie kommen ebenfalls in den anderen Aufgabenbereichen des Betriebshofes zum Einsatz: Dazu gehören zum Beispiel die Pflege von Grünflächen und Spielplätzen, Baumpflegearbeiten oder handwerkliche Tätigkeiten. Umgekehrt sind auch alle anderen technischen Mitarbeiter in den Räumdienst mit eingebunden. „Der kommunale Betriebshof hat schon in den Vorjahren Winterdienstaufgaben mit übernommen“, verdeutlicht der Bauamtsleiter.

Technik angemietet

In Sachen Technik musste ebenfalls kurzfristig aufgerüstet werden: Die Stadt entschied sich zur Anmietung, um erst einmal Erfahrungen zu sammeln, welche Technik sich am besten bewährt. Sollte es einen ganz harten und zähen Winter geben, wird die Stadt auch technische Mitarbeiter aus anderen Bereichen vorübergehend beim Kampf gegen die Schneemassen einsetzen.

Befristet bis Ende März wurden zudem drei Saisonkräfte für jeweils 20 Wochenstunden eingestellt. „Die Bereitschafts- und Schichtpläne sind fertig, die Teams eingeteilt“, sagt Frank Schmidt. Sobald die Temperaturen in Richtung Null-Grad-Grenze absinken, behalten die Straßenwärter markante Stellen im Stadtgebiet, in denen es zuerst schnell rutschig wird, im Auge.

Immer ein verlässlicher Partner

Die Stadtverwaltung bedauert sehr, dass die Firma Straßen- und Wegebau Schwarz kein Winterdienstpartner mehr für Parchim ist. Immerhin geht damit so etwas wie eine Ära zu Ende. Das Parchimer Unternehmen steht für gut 20 Jahre verlässliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Kommune. „Dafür können wir gar nicht oft genug Danke sagen“, unterstrich Bauamtsleiter Frank Schmidt noch einmal auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Außerdem teilte er mit, dass das Unternehmen auf anderen Gebieten weiterhin als Vertragspartner zur Verfügung steht.

Natürlich wollte die Stadt den Winterdienst wieder in die Hände eines privaten Dienstleisters legen. Die Winterdienstleistungen, welche zuvor von der Firma Schwarz erbracht wurden, seien öffentlich ausgeschrieben worden, sogar überregional. Resonanz: Null Angebote.

Weil der Winterdienst eine kommunale Pflichtaufgabe der Gemeinde ist, geriet die Stadt immer mehr in Zugzwang. Erst dann entschloss sie sich, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen und dafür den Betriebshof personell aufzustocken. Der Betriebshof wird weiterhin durch drei Unternehmen aus der Region unterstützt, die bereits in der vergangenen Saison für die Stadt tätig waren.

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