Ludwigslust-Parchim : Coronavirus: Ab Montag bleiben Kitas und Schulen im Landkreis zu

 
 

Im Gegensatz zum Rest des Landes bleiben in Ludwigslust-Parchim bereits ab dem 16. März die Schulen und Kitas geschlossen. Notfallbetreuung für besondere Berufsgruppen wird dezentral organisiert.

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15. März 2020, 20:00 Uhr

Parchim | Die Schließung der Kindergärten, Krippen, Schulen und Horte ab Montag bis zum 19. April bewegt die Menschen wie kein anderes Thema im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das zeigen unter anderem die vielen Kommentare in den Sozialen Medien, die eine große Hilflosigkeit der Eltern sichtbar werden lassen. Das weiß auch Landrat Stefan Sternberg, der sich am Sonntag deshalb noch einmal in einer Videobotschaft auf der Facebookseite des Landkreises an die Bürger wandte. Wichtigste Information: Kitas und Schulen blieben ab Montag geschlossen, es soll vor allem für die Kitas, Kindertagespflegestellen und Horte keinen Übergangstag geben.

Notfallbetreuung für Angehörige wichtiger Berufsgruppen

Für Angehörige bestimmter, zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens besonders wichtiger Berufsgruppen soll es eine Notfallbetreuung geben. Dazu gehören Feuerwehrleute (Berufsschulen und Schwerpunktfeuerwehren), Polizeibeamte, Mitarbeiter des Strafvollzugsdienstes, der Rettungsdienste, von medizinischen Einrichtungen und Apotheken, Justizeinrichtungen, ambulanten und stationären Pflegediensten, plus stationären Betreuungseinrichtungen wie der Hilfen zur Erziehung. Auch Mitarbeiter der Produktion und Versorgung mit Lebensmitteln sowie Waren des täglichen Bedarfs können die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen, außerdem Angehörige kommunaler und Landesbehörden, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Einrichtungen und kommunale Unternehmen, die Pflichtaufgaben und Aufgaben der Daseinsvorsorge erfüllen wie Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Mitarbeiter des Öffentlichen Nahverkehrs.

Dezentrale Betreuung

Die Notbetreuung ist jedoch nur für Familien gedacht, in denen beide Elternteile in einer der genannten Berufsgruppen arbeiten, und für Alleinerziehende - wenn diese Eltern keine Alternativbetreuung für ihre Kinder organisieren können. Sie soll nach Auskunft von Kreissprecher Andreas Bonin dezentral in den jeweiligen Einrichtungen organisiert werden, in denen das Kind auch sonst angemeldet ist. Wie auf Nachfrage sowohl aus Parchim als auch von den „Störspatzen“ aus Plate zu erfahren war, wurde die Vorgehensweise und Sicherstellung der Betreuung am Sonntag in den Kitas intern besprochen, um am Montag auskunftsbereit zu sein.

„Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie zu einer der Sonderberufsgruppen gehören, wenden Sie sich morgen früh an Ihre Kita“, appellierte Stefan Sternberg an die Eltern.

Wichtig ist aber: Wir wollen, dass die Kinder möglichst zu Hause bleiben! Stefan Sternberg, Landrat Ludwigslust-Parchim

Die Klärung der Notfallbetreuung solle telefonisch oder vor Ort ohne die Kinder erfolgen.

Der Landkreis weist auch darauf hin, dass die selbstorganisierte Betreuung von Kindern in Unternehmen nicht den Zielen des Infektionsschutzes entspricht. Die zuständigen Fachdienste Jugend sowie Sozialmanagement und Entgelte untersagen daher diese Betreuungsform.

Ob eine Betreuung der Kinder doch durch die Großeltern erfolgt, solle nach gesundem Menschenverstand entschieden werden, so Andreas Bonin. Wenn sie jünger als 60 Jahre und gesund sind, spreche nichts dagegen.

Schulen öffnen nur für Notfallbetreuung der Erst- bis Sechstklässler

Die Schulen im Landkreis öffnen am Montag nur, um festzustellen für welche Schüler es eine Notfallbetreuung geben soll. Für die weiterführenden Schulen betrifft das die Klassenstufen 5 und 6, in den Grundschulen alle Klassenstufen.

„Diese Zeit ist ausdrücklich keine zusätzliche Ferienzeit, sondern soll weiterhin für das Lernen genutzt werden“, heißt es beispielsweise auf der Website des Eldenburg-Gymnasiums Lübz. Die Modellschule für digitales Lernen will die an der Schule bestehenden technischen Möglichkeiten nutzen und den gesamten Unterricht auf E-Learning umstellen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

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