Enkeltrick in Parchim : 78-Jährige um 45 000 Euro geprellt

„Rate mal, wer hier spricht“: Per Enkeltrick versuchen Betrüger, an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.
„Rate mal, wer hier spricht“: Per Enkeltrick versuchen Betrüger, an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Betrüger schlagen mit „Enkeltrickmasche“ erneut zu. Vermeintliche Amtspersonen überrumpeln Parchimerin. Die Polizei ermittelt

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09. Mai 2017, 21:00 Uhr

Der schier unendlichen Geschichte „Enkeltrick“ wurde in der Kreisstadt ein weiteres dunkles Kapitel hinzugefügt. Bereits am Freitag vergangener Woche ist es dreisten Tätern gelungen, eine 78-jährige Seniorin aus Parchim um ihre Ersparnisse zu bringen.

Ein unbekannter Täter nahm nach vielfach erfolgreichem Prozedere mit der geschädigten Frau telefonischen Kontakt auf. Er suggerierte der 78-Jährigen, der Freund ihrer Enkelin zu sein. Im weiteren Gespräch gab der Tatverdächtige an, dass er dringend Bargeld für den Kauf einer Wohnung benötigt. Das Opfer reagierte umsichtig und ging auf keine Geldforderungen ein.

Wenig später klingelte das Telefon der älteren Dame erneut. Es meldete sich ein tatverdächtiger Mann bei der Seniorin. Er gab sich diesmal als Polizist aus und teilte dem Opfer mit, dass er den vorherigen Telefonanruf überwacht hätte. Der vermeintliche Polizist versicherte , dass alles seine Richtigkeit habe. Die Parchimerin vertraute dem angeblichen Beamten. Und es kam eine dritte Person ins Spiel. Zur Geldübernahme an einem vereinbarten Treffpunkt erschien 30 Minuten später ein vermeintlicher „Anwalt“. An den unbekannten Mann wurden schließlich die 45 000 Euro Bargeld ausgehändigt.

Erst als die Frau drei Tage später am Montag mit dem richtigen Freund ihrer Enkelin telefonierte, flog der Betrug auf. Die Seniorin informierte sofort die Polizei. Die Ludwigsluster Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen Amtsanmaßung und Betrug aufgenommen. „Obwohl die Häufigkeit derartiger Betrugsfälle im Vergleich zu früheren Jahren abnimmt, haben die Täter diesmal eine der höchsten Summen ergaunert. Auffallend ist, dass diese Betrugsfälle komplexer werden und immer öfter vermeintliche Amtspersonen wie Polizisten und Rechtsanwälte die Hemmschwelle bei den Opfern senken sollen“, sagt Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust. „Es bleibt für uns ein Schwerpunktthema insbesondere bei der Prävention“, versichert Wiechmann. Er geht von einer Dunkelziffer aus. „Nur ein Bruchteil der Fälle wird aus Schamgefühl angezeigt“, vermutet die Polizei. Wichtig bleibe, mit älteren Mitbürgern über diese dreiste Betrugsmasche zu sprechen.

Seien Sie misstrauisch!

Tipps der Polizei:

•  Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

• Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

• Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

• Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

• Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

• Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

• Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie umgehend Anzeige.


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