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Lewitzrand : 46 erfüllte Arbeitsjahre als Lehrerin

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Langjährige Leiterin der Matzlower Schule, Marion Burchard, verabschiedet sich in den Ruhestand.

von
erstellt am 23.Jul.2017 | 19:17 Uhr

Der Lehrerberuf mit all seinen Facetten war ihr großer Lebensinhalt. Marion Burchard hat in der Gemeinde Lewitzrand mit ihrem Team einen Lernort entwickelt, der in die Region ausstrahlt: als Multimediaschule, als Umweltschule in Europa, als staatliche Schule, in der gemeinsamer Unterricht bereits seit 2008 gelebter Alltag ist.

Am Freitag hatte Marion Burchard ihren letzten Schultag – nach 46 (!) erfüllten Arbeitsjahren als Lehrerin, zunächst in Mestlin und Parchim. 34 Jahre ihres Berufslebens verbrachte die Pädagogin an der Matzlower Schule. Seit Beginn des Schuljahres 1991/92 leitete sie das Kollegium.

„Sei nicht traurig, dass es vorbei ist, lächle, weil es so schön war.“ Diese Worte gaben ihr ihre Kollegen mit auf den Weg in den Ruhestand, wohl wissend, wie schwer sie an dem Abschied von ihrer Schule zu tragen hat. Wie hoch die Wertschätzung ihres Teams ist, durfte Marion Burchard bereits 2013 erfahren: Das Kollegium nominierte seine Schulleiterin für die Auszeichnung als Lehrerin des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern. Der Lehrerpreis ging damals tatsächlich nach Matzlow – an die kleine Schule am Tor zur Lewitz, die Anfang der 1990er Jahre sogar um ihren Erhalt ringen musste. Die Rückendeckung durch unglaublich engagierte Eltern, durch den Schulträger, ja sogar durch einen Hochschulprofessor, ließ Marion Burchard damals zu der Überzeugung gelangen: „Niemand wird uns diese Schule nehmen.“

Rückblickend schätzt sie ein: „Die Unsicherheit unseres Schulstandortes lähmte nicht unsere Entwicklung. Die Situation war belastend, aber auch motivierend. Niemand konnte unsere Qualitätsentwicklung aufhalten.“ Alle Kolleginnen unterrichten seit 1994 mit neuen Arbeitsmethoden sowie neuen Lehr- und Lernmaterialien, die Kinder zum selbstständigen und sozialen Lernen befähigen. Wochenplan, Freiarbeit, Projekt- und Werkstättenunterricht sowie individuelles Lernen prägen seit Jahren den Schulalltag. Bereits 1992 hielten die ersten Computer im Matzlower Schulhaus Einzug. Heute verfügt jede Klasse über einen eigenen kleinen Medienraum mit jeweils vier vernetzten Rechnern und einer eigenen Klassenbibliothek. Denn die Arbeit mit dem Buch hat dadurch nicht an Bedeutung verloren. Seit 1993 steht in der Grundschule Englisch, seit 1998 das alte Sprachgut Niederdeutsch auf dem Stundenplan. Um die Jahrtausendwende profilierte sich die Grundschule Matzlow zur Vollen Halbtagsschule. Das eröffnete den Kindern interessenbezogene und vielseitige Angebote nach dem Unterricht. Auf vielfältige Weise gelebt wird der Anspruch, den jungen Erdenbürgern die Ehrfurcht vor der Natur und dem Leben zu vermitteln, damit unser Planet eine Zukunft hat.

Schulträger war immer verlässlicher Partner

2008 meisterte die Schule mit der Integration von Kindern mit einem speziellen Förderbedarf eine der größten Herausforderungen. Einher gingen damit auch Investitionen in Größenordnungen, um das Haus barrierefrei zu machen und das Schulgelände umzugestalten. Die Gemeinde als Träger stand wie immer fest an der Seite ihrer Schule. „Unsere Arbeit ging stets Hand in Hand“, beschreibt Marion Burchard den kurzen Draht zu Bürgermeister Wolfgang Hilpert.

Darin bestärkt, Neuland zu wagen, wurden die Matzlower auch von Schulrätin Birgit Lemcke. Sie verabschiedete sich in der vergangenen Woche persönlich von einer Pädagogin, die sie über zehn Jahre hinweg beruflich und persönlich sehr schätzen lernte. „Marion Burchard hat eine Schule gestaltet, die Kinder mutig und stark macht, die den Kindern die Kompetenz vermittelt, ihr Leben und Lernen selbst in die Hand zu nehmen, die beim Lernen die Vielfalt der Kinderpersönlichkeiten mit ihren Besonderheiten im Blick hat. Sie hat die Zeichen für die wandelnden Anforderungen an Schule mit Weitblick, Engagement und Beharrlichkeit erkannt. Es ist ihr gelungen, die Kollegen mitzunehmen, sie für Veränderungen im Schulalltag zu sensibilisieren und aktiv mit einzubeziehen.“

Offiziell bedankte sich Marion Burchard bereits einen Tag vor der Zeugnisausgabe bei ihren langjährigen Weggefährtinnen Margot Bethke, Karina Hopp, Susan Kreuzer, Heike Unger und Marina Schmidt, bei den Sonderpädagogen und Integrationshelfern, beim Schulförderverein sowie beim technischen Personal für die gemeinsame Zeit. Wohl wissend, dass sie am nächsten Tag alle Kraftreserven brauchen würde, um sich von ihren Schülern zu verabschieden.
 

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