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St. Georgen und St. Marien in Parchim : 4. Bauetappe wird eine knappe Sache

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Mit dem diesjährigen Bauabschnitt erreicht die Sanierung der Parchimer Backsteinkirchen St. Georgen und St. Marien ihre Halbzeit. Die Arbeiten gehen weiter, auch nachdem der Bund seine Förderung vorerst gestoppt hat.

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erstellt am 28.Aug.2013 | 10:30 Uhr

Parchim | Mit dem diesjährigen Bauabschnitt erreicht die bis 2016 geplante Sanierung der Parchimer Backsteinkirchen St. Georgen und St. Marien als gemeinsames Bauensemble und Denkmal von nationaler Bedeutung ihre Halbzeit. An der St. Georgenkirche geht es für alle sichtbar im Dachbereich weiter, in der Schwesterkirche St. Marien schreitet momentan die Wand- und Gewölberestaurierung voran. Riesige Baugerüste und eine verhüllte Orgel prägen innen das Bild in St. Marien. Gewölberisse werden sorgfältig repariert. Diplom-Restaurator Marcus Mannewitz widmet sich der Restaurierung der Innenausmalung, nachdem er bereits im vergangenen Jahr einen ersten Teilabschnitt vollenden konnte. Wer Glück hat und in den nächsten Wochen die offene Kirche St. Marien besucht, kann ihn bei der Arbeit antreffen.

Kaum ein Außenstehender würde derzeit vermuten, dass dem Baustart an den beiden Kirchen in diesem Jahr eine Zitterpartie voranging: Im Frühjahr stellte sich nämlich von einer Sekunde zur anderen heraus, dass in diesem Jahr keine Fördermittel vom Bund fließen, weil die Bundesregierung eine Haushaltssperre erlassen hat. Nach dem ersten Schreck machten sich alle regionalen Beteiligten gemeinsam mit der Kirchenbauverwaltung zügig an die Suche nach Auswegen, wie die Situation bewältigt werden kann. Dennoch war ein verspäteter Baubeginn an St. Georgen nicht zu vermeiden, da man erst die Bewilligung der Gelder vom Land, das in großen Teilen für den Bund einsprang, abwarten musste.

Damit ist schon jetzt klar, dass der ursprünglich für 2013 festgelegte Leistungsumfang nicht zu schaffen ist: Die Maurer, Zimmerer und Dachdecker der einheimischen Firmen Rogmann sowie Gröger & Logge setzen alles daran, bis Jahresende die Sanierung des Dachstuhls und des Daches im Chorbereich zu bewältigen. Die Sanierung der Außenmauern, der Pfeiler, Sohlbänke sowie der Traufe wird aufs nächste Jahr verschoben. Die Gerüste, aufgestellt von der Firma Sörgel & Bunsen, sollen gleich stehen bleiben. "Eine zusätzliche Herausforderung stellt in diesem Jahr die mit Städtebaufördermitteln in Höhe von 90 000 Euro möglich gewordene Sanierung der elf Chorfenster dar", berichtet der Vorsitzende des Fördervereins von St. Georgen, Manfred Arndt. Allein für die Sanierung der Fenster muss der Förderverein aber auch einen Eigenanteil von 13 500 Euro aufbringen. Insgesamt steht der Förderverein in diesem Jahr mit einer Summe in Höhe von 41 000 Euro in der Pflicht. Umso größer war deshalb die Freude über eine erneute Zuwendung der Marlis Kressner Stiftung in Höhe von 20 000 Euro. Weitere 10 000 Euro kamen von der Henry Benthack Stiftung. Sie hat den Förderverein ebenfalls schon einmal mit einer fünfstelligen Summe unterstützt.

An der St. Marienkirche tut sich entgegen der ursprünglichen Planung durch den Wegfall der Mittel vom Bund für dieses Jahr eine Finanzierungslücke von ca. 80 000 Euro auf. Damit könne 2013 in einem Umfang von höchstens 135 000 Euro saniert werden, bedauert der Vorsitzende des Baufördervereins von St. Marien, Steffen Dzur. Alles, was darüber hinausgeht, hängt also davon ab, inwieweit es dem Förderverein noch gelingt, über seinen ohnehin geplanten Eigenanteil von 15 000 Euro zusätzliche Mittel über Stiftungen oder andere Sponsoren einzuwerben. Schön wäre es, wenn die Innenausmalung im Mittelschiff komplett fertig gestellt werden könnte, was bedeutet, dass der Restaurator - sofern es die Temperaturen zulassen - durch den verzögerten Beginn bis weit in den Dezember hinein zu tun haben wird. Parallel dazu laufen noch zielführende Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege zur Restaurierung der 12 Aposteldarstellungen des Parchimer Künstlers Willi Schomann im Chorbereich, die nur noch als Fragmente erhalten geblieben sind. Der Restaurator kann dabei auf einen großen Schatz zurückgreifen: Im Parchimer Stadtmuseum befinden sich im dort aufbewahrten Nachlass von Willi Schomann die kompletten originalen Ausmalvorlagen von 1908. Auch in der St. Marienkirche kommen in diesem Jahr Städtebaufördermittel für die Sanierung der Fenster zum Einsatz. Gegenwärtig sind die sakralen Verglasungen aus dem Altarraum auf Reisen. In der Paderborner Firma Glasmalerei Peters - eine international anerkannte Werkstatt - werden die wertvollen Fenster restauriert. "Im Kirchenschiff werden im Verlauf des Jahres neue Fenster aus hochwertigem hellem Glas folgen. Das Kircheninnere mit seinen kostbaren Kunstwerken wird danach in neuem Glanz erstrahlen", freut sich Steffen Dzur. Der Tag des offenen Denkmals am 8. September (SVZ berichtet noch ausführlich) bietet wieder eine gute Gelegenheit, sich in beiden Kirchen vor Ort und im direkten Gespräch mit Fachleuten über den Baufortschritt zu informieren. Am gleichen Wochenende wird in beiden Gemeinden auch die Goldene bzw. die Jubelkonfirmation gefeiert. Die Feierlichkeiten beginnen am 7. September um 16 Uhr für beide Gemeinden zusammen im Gemeindehaus in der Lindenstraße bei einer Tasse Kaffee. Um 19 Uhr erklingt eine geistliche Abendmusik, am Sonntag beginnen um 10 Uhr Festgottesdienste in beiden Kirchen. Am Nachmittag haben die beiden Kirchencafes geöffnet.

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