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Lokales

25. September 2017 | 02:46 Uhr

Parchimer Tennispark vor dem Aus?

vom

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2011 | 06:44 Uhr

Parchim | Steht der Tennispark in Parchim vor dem Aus? In diesen Tagen fragen sich das viele in der Kreisstadt, vor allem Mitglieder von Sportsektionen, die hier ihr wöchentliches Training absolvieren. Und das sind eine ganze Menge: Neben der Tennis-Gemeinde sind hier seit Jahren auch Badminton, Fußball und Tischtennis zu hause. Betroffen von einer Schließung wären überdies die evangelische Schule Paulo Freire, die sich hier für einen Teil ihres Sportunterrichtes eingemietet hat. Ebenso müsste sich das Gymnasium eine neue Adresse für seinen jährlichen Abiball suchen und auch Schul-Kurse ständen infrage.

Die Gerüchteküche brodelt und das in der Tat nicht ohne Grund. Denn fest steht, Wolfgang Tapfer, der Pächter der 3800 Quadratmeter großen Halle, wird zum 30. Septemer diesen Jahres Schläger und Schlüssel an den Nagel hängen. Definitiv, wie er gegenüber SVZ sagte. "Ich hab den Tennispark zehn Jahre betrieben, war in Personalunion Trainer, Kneiper und Toilettenfrau. Täglich von 10 bis 22 Uhr. Mir reichts, ich gehe in Rente."

Dabei hängt Tapfer sehr an der blauen Halle mit dem Kuppeldach, würde bei einem neuen Pächter durchaus zwei, dreimal die Woche Tennistraining machen. "Das hat mir immer Spaß gemacht", sagt er. "Es wäre schon ein Verlust für die Stadt, würde der Tennispark im Herbst dichtgemacht. Deshalb beknien mich wohl auch viele weiterzumachen", sagt er. Trotzdem, der Parchimer will den Schnitt als verantwortlicher Betreiber machen, nicht zuletzt wegen seiner finanziellen Belastungen. 2500 Euro Pacht zahle er monatlich, nochmal die selbe Summe müsse er für Betriebskosten, Versicherung GEMA u.ä. aufbringen. Auch in den Sommermonaten, wo kaum Betrieb in der Halle ist. "Man kann mit der Halle nichts verdienen. Im Gegenteil, ohne finanzielle Rückendeckung von meiner Frau hätte ich die zehn Jahre nie durchgehalten."

Wie es weitergeht? Tapfer hat keine Ahnung, hat aber wie viele in Parchim von der Option gehört, dass der Besitzer der Halle, Hans Thon, sie nach dem 30. September möglicherweise anderweitig verpachten wolle - als Lagerhalle. Thon danach befragt, ist nicht überrascht. "Vielleicht hab ich tatsächlich mal irgend wann fallen lassen, dass eine Lagerhalle eine Option für die weitere Nutzung wäre", sagt er. "Für mich aber, und das können Sie genauso schreiben, wäre es die allerallerletzte. Auch wenn eine Lagerhalle die dreifachen Einnahmen bringen würde." Er sei zum Glück nicht auf jeden Cent angewiesen.

1992 war Hans Thon nach Parchim gekommen, errichtete 1994 mit mehreren Gesellschaftern den heutigen Tennispark. Als die Rentabilität der ersten Hallenjahre sank und in die Insolvenz führte, habe er mit einem zweiten Gesellschafter den zweiten Versuch gewagt. "Wir wollten etwas für die Stadt und den Sport machen, tun es bis heute, obwohl der Tennis hierzulande längst nicht mehr die Nachfrage erfährt, wie Anfang und Mitte der 1990er Jahre", sagt Thon und sieht im demografische Wandel heute ein noch viel ernsthafteres Problem. "Immer weniger junge Leute, immer weniger Sportler."

Anders als Tapfer aber zeigt sich Thon überzeugt, dass eine Halle dieser Größe durchaus Gewinn bringend bewirtschaftet werden kann: "Das allerdings setzt beim neuen Betreiber Visionen voraus, ein gewisses Maß an Phantasie und den Mut, auf Trends zu setzen." Wie es mit dem Tennispark weitergeht, könne er noch nicht sagen. "Ich bin im Gespräch mit drei Interessenten, die völlig verschiedene Konzepte haben. Alle im Bereich des Sports, nicht als Lagerhalle."

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