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Parchim Zwei Attacken beschäftigen die Polizei

Von Armin Kung | 16.10.2020, 16:00 Uhr

Ein blutiger Raub und zwei Angriffe auf Fahrradfahrer geschahen vor wenigen Wochen in Das ist der Ermittlungsstand der Polizei.

Innerhalb von sieben Tagen im September erlebte Parchim gleich mehrere Angriffe auf Passanten: Auf der Plümperwiesenbrücke ging ein Täter auf zwei Fahrradfahrer los und in der Weststadt kam es zu einem blutigen Raubüberfall. Seit fünf Wochen ermittelt die Kriminalpolizei zu den Verbrechen. Erste Zeugen konnten aufgespürt werden, aber es gibt auch Hindernisse.

Nach dem SVZ-Bericht zu einem Raubüberfall in der Parchimer Weststadt am 9. September meldete sich eine Zeugin bei der Polizei. Sie konnte einen Teil der tätlichen Auseinandersetzung beobachten und ihre Eindrücke den Ermittlern schildern. Zu Beginn der Ermittlungen gingen die Beamten von drei Tatverdächtigen aus. Das sagte das Opfer später aus. Die Zeugin beobachtete dagegen nur einen Täter und das am Boden liegende Opfer. "Wir gehen aktuell davon aus, dass die Zeugin nur einen Teil der Tat beobachten konnte und drei Angreifer durchaus vor Ort gewesen sein können", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

Polizei sucht weitere Zeugen

Die drei Tatverdächtigen sollen Deutsch mit russischem Akzent gesprochen haben. Sie waren etwa 1, 70 Meter groß und sollen kurze Gesichtsbärte getragen haben. Die Polizei ruft weitere Zeugen der Ereignisse nochmals auf sich zu melden. Unter der Nummer 03871/ 6000 nehmen die Beamten alle Hinweise entgegen.

Nach ersten Erkenntnissen griffen der oder die Täter das Opfer gegen 2 Uhr nachts auf dem Ziegeleiweg nahe der Tankstelle an. Der Mann soll mehrfach geschlagen worden sein. Er sagte aus, dass die Angreifer ihm Wertsachen wie die Brieftasche gestohlen hatten, in denen sich Bargeld und persönliche Unterlagen befanden. Anwohner der Hans-Beimler-Straße fanden die Brieftasche später und übergaben sie der Polizei. Das Opfer, dass sich später als rumänischer Staatsbürger herausstellte, suchte blutüberströmt Hilfe an der Tankstelle in der Nähe.

Der rumänische Mann ist mit einem Zweitwohnsitz in Parchim gemeldet, ist dort aber nicht mehr aufzufinden, teilte die Polizei mit. "Wir können das Opfer zur Zeit nicht vernehmen, was die Ermittlungen aufhält", sagt der Polizeisprecher.

Messer auf Plümperwiesenbrücke?

Ein 13-jähriger Junge und ein 62-jähriger Mann wurden Opfer eines aggressiven Täters auf der Plümperwiesenbrücke am 4. September. Beide waren am Abend auf dem Fahrrad unterwegs und wurden plötzlich von einem 30-jährigen Mann angegriffen. Durch den Angriff verletzte sich der Junge am Bein und floh mit der Wunde zu Fuß. Das ältere Opfer wehrte sich, musste aber ebenfalls fliehen. Der 30-Jährige warf die Fahrräder daraufhin in die Elde. Die Polizei hat alle Zeugen des Abends mittlerweile vernommen, welche den Tatablauf übereinstimmend bestätigten.

Warum der Täter seine Angriffe startete, ist unklar. An jenem Abend soll er psychisch besonders auffällig gewirkt haben. Der 62-Jährige sagte bei der Polizei aus, dass der Angreifer auch ein Messer gezogen habe, weshalb die Polizei auch wegen versuchter, gefährlicher Körperverletzung ermittelte. "Die Frage nach dem Messer konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann.