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Drefahl Zahl der Bienen hat gut zugelegt

Von Wolfried Ptzold | 19.12.2017, 05:00 Uhr

Eldeland Bioimkerverein gibt Neuimkern erfolgreich Starthilfe. Honigertrag witterungsbedingt gering. Völker gehen stark in den Winter.

Auch wenn in diesem regenreichen Jahr auch die Träume vieler Imker nicht in Erfüllung gegangen sind, ist Wolfgang Pfeffer vom Eldeland Bioimkerverein keineswegs unzufrieden. „Unsere Bienen sind stark eingewintert. Da profitieren wir vor Ort von einer überdurchschnittlich großen Bio-Landwirtschaft, die auch für eine gute Pollenversorgung im Herbst sorgt. Der Weißkleeanbau spielt eine wichtige Rolle“, weiß der erfahrene Imker sehr genau. Im Umkreis von etwa drei Kilometern wird in Drefahl auf rund zwei Drittel der Anbauflächen biologisch gewirtschaftet. Kurz vor dem Jahreswechsel sitzen tausende Bienen dicht aneinander gedrängt in der Wintertraube. Die Königin wird von ihren Arbeiterinnen im Wechsel auf mindestens 25 Grad Celsius warm gehalten. „Diese Zeit ist für Bienenvölker eine kritische Phase. Da muss die Beute kontrolliert werden, damit Krankheiten keine Chance haben“. Seit drei Jahren hat Wolfgang Pfeffer in den Winterwochen kein einziges seiner Bienenvölker verloren.


Erfahrungsaustausch auf ImkerstammtischAuch wenn die Honigausbeute in diesem Jahr vor allem witterungsbedingt ziemlich bescheiden ausfiel, haben die Imker vor Ort ein neues Kapitel einer Erfolgsgeschichte geschrieben. Im Januar hatte der Eldeland-Bioimkerverein ein Kursprogramm mit dem Ziel gestartet, Neueinsteiger zu gewinnen, sie gründlich auszubilden und bei den ersten Schritten in der Praxis nicht alleine zu lassen. Von den mehr als 20 Frauen und Männern, die die Imkerei als Neueinsteiger hobby- oder nebengewerbsmäßig betreiben wollten und sich dafür im Winter und Frühjahr an die Schulbank gesetzt haben, sind nun zehn stolze Besitzer von insgesamt 51 Bienenvölkern. Die Neu-Imker stammen aus dem Ruhner Land, der angrenzenden Prignitz, dem Schweriner Umland und Groß Raden bei Sternberg.

„Damit dürfte sich die Zahl der Bienen um gut 1,5 Millionen erhöht haben“, berichtet der Chef des Eldeland Bioimkervereins. „Es gibt auf jeden Fall noch Potenzial nach oben. Das Durchschnittsalter der Imker ist hoch. Nachwuchs muss aktiv gewonnen werden“, so Wolfgang Pfeffer. Mit seinen Mitstreitern hat er sich auf die Fahne geschrieben, nicht nur für eine fundierte Ausbildung zu sorgen, sondern auch die Betreuung in der Praxis sicher zu stellen. Zu seinen Schützlingen gehört auch Miriam Schüngel aus Groß Godems. In ihrem naturbelassenen Garten hat die 50-Jährige dafür gesorgt, dass Bienen nun zum Haushalt gehören. Wolfgang Pfeffer schaut regelmäßig vorbei, um seine Erfahrungen an die Frau zu bringen. Schon im Frühsommer konnte die Neuimkerin den ersten eigenen Honig mit Freunden genießen.

Fest steht bereits das Kursprogramm für das kommende Jahr. Ab Sonntag, dem 4. März beginnt in sechs Teilabschnitten die theoretische und praktische Ausbildung. „Wir wollen Theorie und Praxis stärker vernetzen. Imkerei ist kein Handwerk, sondern eine Wissenschaft“, gibt der Experte zu bedenken. Unterstützung kommt vom Land. Bis zu 60 Prozent (max. 8000 Euro) der Bruttoanschaffungskosten für das Zubehör und Medikamente sind förderfähig für Neueinsteiger, die einen vom Verband anerkannten Kurs belegen. Meckpomm ist dabei Vorreiter in ganz Deutschland. Gesprächsstoff gibt es also auch in den Winterwochen genug. „Dafür bietet sich unser neuer Imkerstammtisch an, der jeweils am 1. Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Drefahler Landgasthof stattfindet“, meint Wolfgang Pfeffer.


Anfängerkurse 2018Der Eldeland Bioimkerverein organisiert auch 2018 Anfängerkurse (in Ziegendorf):

• Jeweils am Sonntag (4., 11. und 18. März, 27. Mai, 24. Juni, 1. Juli)

• am 4. März und 1. Juli ab 11 Uhr, ansonsten Beginn um 10 Uhr

• Kurse dauern rund sechs Stunden

• Praxisschulungen von April bis September

• Infos und Kontakt unter www.bienlandprojekte.de