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Kolumne: Meine Woche Was geht und was nicht geht

Von cihd | 11.01.2019, 20:42 Uhr

Am Dienstag ging fast nichts mehr.

Als auf der A24 ein Holzlaster bei Stolpe seine Ladung verlor, war zunächst nur die Autobahn eine Sackgasse. Doch der morgendliche Berufsverkehr und der Fernverkehr aus Richtung Hamburg suchten sich unaufhaltsam ihren Weg. In Neustadt-Glewe ab, über Spornitz durch die Kreisstadt und in Richtung Anschlussstelle Suckow, andersherum polterten die Brandenburger über Groß Godems rein in die Stadt. Zeitweise ging auf der Kreuzung am McDonalds nicht mehr viel. So wird einem erstmal bewusst, was aus der Stadt an Verkehr eigentlich rausgehalten wird. Noch weniger rollendes Blech gäbe es wohl, würden mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Der Rufbus zum Beispiel geht ganz gut. Auch wenn am Montag im Interview mit VLP-Aufsichtsratschef Christian Rosenkranz deutlich wurde: Das Land lässt den Kreis bei seiner Aufgabe, den Verkehr zu bestellen, am langen Arm zappeln. Damit auf den Straßen was geht, kompensiert der Kreis die Kosten. Ähnlich ist es mit der Südbahn. Da geht im Moment gar nichts. Doch die Bürgerinitiative trommelt laut. Und auch den Parchimern scheint der durchgängige Verkehr wichtig zu sein.

Unaufhaltsam jedoch rollten das erste mal die Kohlfahrer durch Parchim. Auf zwei Beinen und mit Bollerwagen regionalisieren sie eine Tradition aus dem tiefen Nordwesten der Republik. Draußen sein, lustige Spiele, dazu einen hochprozentigen Taschenwärmer dabei: Wäre doch gelacht, wenn dieser Brauch hier nicht heimisch werden könnte. Damit kulturell was geht, in der Region, schreibt der Landkreis wieder Fördermittel aus. Haben Sie ein schönes Projekt, eine Initiative oder eine Veranstaltung? Die Mittel sind da, jetzt liegt es an Ihnen.

Müll in die Umwelt werfen: Das geht gar nicht. Doch während wir uns hierzulande manchmal über die Dose neben dem öffentlichen Mülleimer ärgern, geht es anderswo auf der Welt um ganz andere Dimensionen. Die Bilder von großen Plastikflächen an Stränden erreichen uns eher aus dem Osten als von der Ostsee. Friedrichsruhes Bürgermeister Andreas Sturm macht sich mit anderen Enthusiasten einmal im Jahr zum Roten Meer auf. Was beim Plastikfischen in die Netze geht, geht auf keine Kuhhaut. Eindrücklich schilderte Sturm, der sich bei der kommenden Kommunalwahl nochmal aufstellen lassen will, wie die Unterwasserwelt in Mitleidenschaft gezogen wird.

Lübecker Taucher suchen zwischen Plau am See und Neustadt-Glewe gerade nicht nach Plastik sondern nach Lecks im Blech. Die Schleusen des Müritz-Elde-Kanals müssen bis März den Winter-TÜV durchlaufen, damit pünktlich zur Saison Skipper wieder unaufhaltsam ihren Weg finden. Selbst wenn auf dem wichtigsten Kanal der Region im Moment nicht viel geht: Es ginge. Schiffbar sind sie trotzdem. In diesem Sinne: Gute Fahrt.