Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Garwitz Von Stammtisch bis Air Beat

Von SVZ | 22.02.2019, 12:00 Uhr

Die Garwitzer Gastwirtschaft „Zur Schleuse“ ist ein wahres Familienunternehmen / Am Sonntag ist 25-jähriges Jubiläum

Ein Hauch maritimer Atmosphäre umweht die Besucher im Garwitzer Gasthof „Zur Schleuse“. Hier direkt am Wasser im kleinen Lewitzrand-Dorf ist die Familie Warncke nicht mehr wegzudenken. „Man ist mit so vielen verschiedenen Menschen zusammen und lernt ihre Facetten und Meinungen kennen. Und manchmal merkt man dann, dass die eigene Meinung auch nicht immer die richtige ist“, sagt Inhaber Tobias Warncke. Wenn er darüber spricht, wie es ist, Gastwirt im ländlichen Raum zu sein, dann klingt es nach einem echten Traumberuf. Dabei ist der 38-Jährige ursprünglich gelernter Bäcker und übernahm 2008 das Unternehmen eher aus der Not heraus von seinem Vater.

„Meine Eltern haben so viel Geld und vor allem Zeit investiert, da wollte ich einfach, dass die Gastwirtschaft in der Familie bleibt“, sagt er über seine Entscheidung. Am kommenden Sonntag feiert die Gaststätte „Zur Schleuse“ nun ihr 25-jähriges Bestehen. Eine große Feier gebe es nicht, so Tobias Warncke. Allerdings würden ein paar Snacks und Getränke für einen kleinen Empfang bereitgestellt werden.

„In den letzten Jahren hat sich schon einiges verändert“, erklärt der Garwitzer. So wurden zum Beispiel 2017 beide Gaststuben renoviert. Im gleichen Jahr kam ein Fernsehteam vorbei und drehte eine Reportage über den Gasthof. „Das hat schon den Zulauf gesteigert. Mittlerweile haben wir Gäste aus ganz Deutschland, sogar aus Holland. Auch mit dem Airbeat One Festival kooperieren wir. Für dieses Jahr sind jetzt schon all unsere Gästezimmer ausgebucht“, freut sich der Inhaber. Die Schwierigkeiten, die die ländliche Region mit sich bringt, würden gut durch den Tourismus ausgeglichen werden. Trotzdem sei die Kundschaft vor Ort genauso wichtig für das Geschäft. Obwohl die Zahl an Stammkunden in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist, treffen sich jeden Mittwoch zuverlässig noch ein paar Männer in ihrer Ecke im Gasthof. „Das ist wichtig. Als Gastwirt muss man bei soetwas auch dabei sein, ein offenes Ohr haben und vor allem Zeit. Wenn man ständig auf die Uhr guckt, ist man falsch in diesem Beruf“, sagt Warncke. Die Gastwirtschaft profiliert sich nicht nur damit, dass sie direkt an der Müritz-Elde-Wasserstraße liegt, sondern ebenso an mehrere Radwege anbindet. Und auch der 38-Jährige selbst spaziert am liebsten den Kanal hinunter oder schwingt sich auf sein Fahrrad. Auf dem Teller hat der Garwitzer gerne Dorschfilet mit Reis und Dill-Gurken-Gemüse. „Aber auch unser Sauerfleisch mit Bratkartoffeln ist etwas ganz Besonderes. Das wird nämlich immer noch nach Omas Rezept zubereitet“, verrät Tobias Warncke stolz. Traditionen sind wichtig, dennoch geht das Team in gewissem Maße mit der Zeit, bietet zum Beispiel auch ein vegetarisches Gericht an. Von April bis Mai können sich die Gäste dann wieder auf frischen Hering freuen, am Muttertag geht es mit dem Spargel-Essen weiter. „Nur regionale Produkte zu benutzen funktioniert in meinen Augen nicht. Aber wir bemühen uns, die Speisekarte saisongerecht zu gestalten“, erklärt der Garwitzer.

Auf die Frage, was er sich für die Zukunft wünschen würde, antwortet er schlicht: „Ich hoffe einfach, dass es gesundheitlich weiter so gut läuft“. Letztlich sei aber alles ohne die Unterstützung des Teams, seiner Eltern und die seines Partners gar nicht möglich, so Tobias Warncke.