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Parchim Von Fröschen und Oasen

Von Gabriele Knües | 05.02.2019, 05:00 Uhr

Fünf Blickwinkel: Offene Werkstatt für Kunst, Kultur und Kommunikation gestaltet Fotoausstellung im Parchimer Stadthaus

Wie facettenreich Fotografie doch sein kann: Das beweist eine Ausstellung, die aktuell im Parchimer Stadthaus zu sehen ist. Fünf ambitionierte HobbyfotografInnen zeigen dort entlang der Flure einen kleinen Querschnitt ihrer Arbeiten.

Tritt man durch den Haupteingang in das moderne Gebäude in der Blutstraße, gelangen zuerst die Bilder von Martin Schröder ins Blickfeld. Der gebürtige Güstrower, der seit einigen Jahren in unserer Kreisstadt lebt, hat Landschaften im Landkreis Parchim und Güstrow festgehalten, Felder, Seen, weite Himmel. „Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs und habe meine Kamera immer dabei“, verrät Martin Schröder. Er sagt von sich, dass er durch das Fotografieren einen anderen Blick auf die Dinge bekommt.

Eine besondere Idee, was Formen und Farben betrifft, hatte Heike Büttner gemeinsam mit ihrer Enkelin Luisa. „Wir saßen eines Morgens beim Frühstück, zufällig schien in diesem Moment die Sonne auf den Tisch. Sie zauberte herrliches Licht und ungewöhnliche Schatten durch die Gläser. Am Ende wurde aus der Mahlzeit eine richtige Fotosession“, erinnert sich Heike Büttner. Gar nicht aufhören zu fotografieren wollten Oma und Enkelin, immer neue Gläser wurden zu Lichtobjekten. Herausgekommen sind eine Vielzahl unbearbeiteter Handybilder, die auf ihre Weise faszinieren. Mit ihren zehn Fotografien, die alle in der Natur unseres Landkreises entstanden sind, möchte Heike Salamon den Betrachter einladen, seine Fantasie spielen zu lassen: „Ich habe versucht, märchenhafte und ungewöhnliche Formen einzufangen und einen anderen Blickwinkel auf die Motive zu gewinnen.“ Und in der Tat kann man vor ihren Bildern verweilen, sich hineinbegeben und dabei ganz individuell auf verschiedenste Formen und Figuren treffen, man sollte sich unbedingt darauf einlassen.

Das gilt auch für die Fotografien von Dr. Ines Siemers-Klenner, die ihre Bilderreihe „Antiquarische Reisen“ nennt. Ihre Fotografien sind in den letzten Jahren auf Reisen zu historischen und archäologischen Stätten und Museen entstanden. Sie laden unter anderem ein, einen Blick auf das Hügelgrab „Königsberg“ bei Demern (Amt Rehna), auf die Altstadt in der Oase Ghadames in Westlibyen und auf Details des Museums der keltischen Zivilisation in Bibracte/Burgund in Frankreich zu werfen. „Ich finde nach wie vor den Kontrast zwischen Alt und Neu sehr spannend“, erklärt Ines Siemers-Klenner. Ihre Fotos entführen den Betrachter in eine andere, mitunter geheimnisvolle Welt und schüren auch ein bisschen Fernweh. Die Runde der fünf Aussteller beschließt Andrea Wieners: „Ich habe zufällige Begegnungen mit der Natur in der Stadt eingefangen.“ Dabei sind Bilder mit einem Schwarzstorch auf dem Rathaus, einem Pfauenauge in einem Stadtgarten und einem entspannten Frosch an der Wockerquelle entstanden und erzählen dabei ihre kleinen Geschichten. „Die Natur ist überall, man muss einfach nur stehen bleiben und schauen“, sagt Andrea Wieners. Ihre Bilder geben ihr Recht. Die Ausstellung im Stadthaus ist durch die offene Werkstatt für Kunst, Kultur und Kommunikation (KuKuK) organisiert worden. Ein toller Start in das neue Jahr für die private Initiative kunstinteressierter Mitstreiter. Zu „Kunst offen“ am Pfingstmontag wird die Werkstatt im Haus der Jugend wieder offen für alle Gäste sein. Weiterhin wird es einen Kreativkurs zum Thema Radierungen geben und auch die tolle alte Druckerpresse soll erneut bei einem Workshop zum Einsatz kommen. Die Fotoausstellung im Parchimer Stadthaus ist bis Mitte März zu sehen.