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Parchim Verwirrung um Zebrastreifen

Von mbei | 12.12.2016, 05:00 Uhr

SVZ-Leser macht auf verblasste Markierungen in der Weststadt aufmerksam. Stadt will sie im nächsten Jahr ganz entfernen.

Verwirrung um Fußgängerüberwege in der Parchimer Weststadt: Einige Zebrastreifen sind kaum noch zu erkennen. Statt sie zu erneuern, sollen sie jetzt offenbar vollständig entfernt werden.

SVZ-Leser Otto Pressentin machte am heißen Draht unserer Zeitung auf das Problem aufmerksam. Zebrastreifen in der Karl-Liebknecht-Straße sind verblasst. Regelmäßig nutzt er hier einen Überweg, gleich in der Nähe der Kindertagesstätte, um seine Frau zur Tagespflege zu begleiten. Zum Glück wissen viele Autofahrer, dass es ein Zebrastreifen sei und halten an, so unser Leser.

Besagter Abschnitt ist eine 30er-Zone, sagt der stellvertretende Parchimer Bürgermeister Frank Schmidt. Und die Zebrastreifen seien mittlerweile überflüssig.

In der Karl-Liebknecht-Straße gibt es neben den verblassten Markierungen auf der Fahrbahn keine weiteren Schilder. Nico Blank von der Parchimer Polizeistation erklärt: Zu einem solchen Fußgängerüberweg gehöre ein beleuchtetes Verkehrsschild. Wenn die Stadt diese Streifen als überflüssig betrachtet, sollten sie die entfernen, damit es zu keinen Missverständnissen für Fußgänger und Autofahrer kommt.

Das hat die Stadt Parchim jetzt offensichtlich auch vor. Die von unserem Leser angesprochenen Zebrastreifen seien entbehrlich, sagt Lutz-Peter Jakobi, zuständig für Verkehrsfragen in der Stadtverwaltung. „Wir werden im kommenden Jahr endgültig demarkieren.“ Damit habe man gezögert, denn die Fahrbahndecke soll nicht beschädigt werden.

Laut Jakobi könne in einer 30er-Zone auch ein Fußgängerüberweg ohne Schilder angeordnet werden. Der Mann aus dem Stadthaus erklärt indes auch, dass in einer solchen Zone die Fußgänger oft andere Wege über die Straße gehen. Und dort, wo ein Überweg nicht regelmäßig genutzt werde, würde er von den Kraftfahrern nicht wahrgenommen. Aus heutiger Sicht wäre es unmöglich, in der Karl-Liebknecht-Straße überhaupt solche Übergänge neu einzurichten. Denn sie seien genehmigungspflichtig durch das Land, so Jakobi. Und eine Voraussetzung sei neben dem Verkehraufkommen an Fahrzeugen, dass 100 Fußgänger in einer Spitzenstunde die Straße überqueren wollen. Wie er weiter erklärt, soll indes in Parchim an anderen Zebrastreifen nicht gerüttelt werden.

Ein generelles Problem sieht Jakobi an mehreren Fußgängerüberwegen in der Stadt: Es sind Fahrradfahrer, die nicht absteigen und einfach unberechtigt über die Zebrastreifen rollen.