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Stolpe Stolper Feuerwehr rückt mit fliegendem Auge aus

Von Simone Herbst | 02.12.2020, 11:50 Uhr

Drohneneinheit des Landkreises spürte verletztes Unfallopfer auf. Truppe direkt dem Katastrophenschutz unterstellt.

Als das Land im Frühjahr dieses Jahres seine Pläne präsentierte, bei der Neustrukturierung der Katastrophenschutzeinheiten in den Landkreisen sogenannte „Erkundungstrupps Luft“, war die Feuerwehr Stolpe eine von 15 Wehren, die sich bewarb. Ziel des Plans ist es, unbemannte Luftfahrtsysteme zur Gefahrenabwehr aufzubauen.

Die 21 Mann starke Truppe, mit ihrem Standort an der A 24 strategisch sehr gut gelegen, hatte innerhalb des aufwändigen Interessenbekundungsverfahrens den Zuschlag erhalten. Zwei Monate später, nämlich im Mai brachte Lorenz Caffier, der kürzlich zurückgetretene Innenminister von MV, das unbemannte Luftfahrtsystem, die Drohne, persönlich nach Stolpe.

,,Seitdem sind wir als Drohneneinheit im Landkreis im Dienst und zuständig für die 4750 Quadratkilometer zwischen Boizenburg und Plau am See, Sternberg und Dömitz“, sagt Volker Hecht, ehemaliger Wehrleiter in Stolpe.

Bereits sechs Einsätze absolviert

In ihrem ersten halben Jahr als ,,Drohneneinheit“ des Landkreises, die direkt dem Katastrophenschutz unterstellt ist, sind die Kameraden bereits sechs Mal zu Drohneneinsätzen angefordert worden.

Einsatzoptionen des ,,fliegenden Auges“ sind etwa Lageerkundungen, die Dokumentation von Einsätzen, die Unterstützung der Führung am Boden oder auch die Suche nach vermissten Personen mit Wärmebild. Zuletzt war die Stolper Drohneneinheit zu einem Unfall nahe der brandenburgischen Grenze gerufen worden, um ein verletztes Unfallopfer zu suchen, das sich vom Unfallort entfernt hatte.

,,Wir konnten den Mann aufspüren und er anschließend zur dringenden Versorgung ins Krankenhaus gebracht werden“, sagt Hecht. Er betont, dass die Drohne nicht für polizeiliche Einsätze vorgehalten wird, sondern einzig dem Bevölkerungsschutz diene.