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Vorweihnacht in Coronazeiten Statt Markttreiben besinnliche Momente in kleiner Runde

Von Christiane Großmann | 07.10.2020, 07:00 Uhr

Lichterfest und Weihnachtsmarkt in der Turmstadt abgesagt. Dafür gibt es 2020 einen "Lebendigen Adventskalender"

Den Mitstreitern der Arbeitsgruppe „Lichterfest“ im Netzwerk engagierter Lübzer kommt diese Nachricht nur schwer über die Lippen, doch sie ist unumstößlich: 2020 wird es in der Turmstadt keinen Weihnachtsmarkt und kein Lichterfest geben. „Wir sind unendlich traurig, aber die Hürden im Zusammenhang mit den Coronaregeln sind so hoch, dass Veranstaltungen dieser Art nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Außerdem ist zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht absehbar, was noch an Maßnahmen auf uns zukommt“, fasst Bürgermeisterin Astrid Becker die Ansicht der Arbeitsgruppe zusammen.

Im Vorfeld verschiedene Szenarien durchgespielt

In dem ehrenamtlichen Organisationsteam, bei dem die Fäden für Festlichkeiten wie diese zusammenlaufen, wirken Gastronomen, Vertreter aus Firmen, vom Mehrgenerationenhaus sowie Stadtvertreter mit. Die Entscheidung sei auf der jüngsten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe einstimmig gefallen, bekräftigt Bürgermeisterin Becker. Zuvor habe man das Thema noch einmal heiß diskutiert und verschiedene Szenarien durchgespielt, was machbar sein könnte. Doch sie erwiesen sich als nicht praktikabel. Schweren Herzen sei man zu dem Schluss gekommen, lieber frühzeitig eine Entscheidung zu treffen und damit Planungssicherheit zu schaffen. Nichts wäre schlimmer als eine kurzfristige Absage. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Einwohnern, den Gästen sowie allen Mitwirkenden“, unterstreicht Astrid Becker.

Viele Gäste müssten außen vor bleiben

Die Bürgermeisterin weiß, wie viele Ideen in den vergangenen Wochen bereits zusammengetragen wurden, wie der Freitag und der Sonnabend vor dem zweiten Advent in Lübz heimelig gestaltet werden könnten. Zum siebten Mal sollte sich das Mehrgenerationenhaus in ein Lichtermeer verwandeln. 2019 genossen mehr als 500 Besucher die besondere Atmosphäre auf dem Hof der Einrichtung. „Geht man von den derzeit geltenden Bestimmungen aus, dürften wir in diesem Jahr vielleicht 50 bis 70 Gäste hineinlassen und für jeden Besucher müsste ein Stuhl bereitstehen. Es wäre doch wirklich schade, wenn wir alle anderen Gäste an der Tür abweisen müssten“, verdeutlicht Kerstin Lorenz, Teamleiterin im Mehrgenerationenhaus.

Vorbereitungen waren aber nicht umsonst

Einig sind sich alle Akteure der Arbeitsgruppe schon jetzt: Alles, was bisher an Zeit und Ideen in die Vorbereitung des zweiten Adventswochenendes gesteckt wurde, ist nicht umsonst gewesen: „Das kommt uns im nächsten Jahr zu Gute“, sagt Angelika Lübcke. Ebenfalls abgeblasen wurde das traditionelle Turmblasen am Heiligabend in Lübz. Auch für diese Veranstaltung unter freiem Himmel müssten Sitzplätze vorgehalten werden – eine Utopie, wenn man bedenkt, welcher Andrang alle Jahre wieder kurz vor der Bescherung auf dem Lübzer Marktplatz herrschte. Bei dieser Veranstaltung wäre es theoretisch noch möglich, kurzfristig einen Rückzieher von der Absage zu machen. Doch kaum jemand macht sich in diesen Tagen Hoffnung, dass sich die Lage bis zum Heiligabend beruhigt hat.

23 kleine Aktionen in der Vorweihnachtszeit

Es gibt auch eine Überraschung zu vermelden: Um dem völlig nachvollziehbaren innigen Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft in der Vorweihnachtszeit Rechnung zu tragen, möchte die Arbeitsgruppe „Lichterfest“ jetzt einen „Lebendigen Adventskalender“ aus dem Hut zaubern. Von der Stadtführung mit der Laterne durch das abendliche Lübz über Theater im Lübzer Land bis hin zum kreativen Weihnachtsmarkt auf dem Außengelände des Mehrgenerationenhauses sind 23 Angebote für besinnliche Momente geplant – zu unterschiedlichen Tageszeiten und meist unter freiem Himmel.

Bürgermeister-Sprechstunde unter der Weihnachtstanne

Einbezogen werden zum Beispiel der Lübzer Marktplatz, der Kunstspeicher ebenso wie Lübzer Ortsteile. Astrid Becker wird eine vorweihnachtliche Bürgermeister-Sprechstunde unter der Weihnachtstanne halten. Wer ebenfalls an dieser Vorweihnachtsaktion mitwirken möchte, kann sich im Büro der Bürgermeisterin melden. Möglichst bis bitte Oktober, da dann der Adventskalender zusammengestellt werden soll.