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Vogelgrippe Hühner müssen in den Stall

Von Armin Kung | 17.11.2020, 18:42 Uhr

Landkreis Ludwigslust-Parchim erlässt Allgemeinverfügung für Geflügelhalter.

Hühner, Enten, Gänse und Puten müssen nun im Stall bleiben. Wegen der sich ausbreitenden Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommern erlässt der Landkreis Ludwigslust-Parchim eine Stallpflicht für Geflügel, die ab Mittwoch gilt. Betriebe haben von der Kreisverwaltung jeweils Einzelverfügungen zur so genannten Aufstallung erhalten. Das Seuchengeschehen sei äußerst dynamisch und müsse aufgrund der steigenden Fallzahlen in den umliegenden Landkreisen angepasst werden.

Das Landwirtschaftsministerium und die Kreise von MV einigten sich bereits am Montagabend auf Schutzmaßnahmen gegen die Vogelgrippe, nachdem sich der Erreger H5N8 in den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Rügen ausbreitet. In einer Putenmastanlage in Rothenkirchen im Landkreis Vorpommern-Rügen sollen 16100 Tiere getötet werden. Die Behörden werden die Verordnungen dem Infektionsgeschehen entsprechend aktualisieren.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind bisher nur wenige tote Vögel entdeckt wurden. Die Tests an den Kadavern haben bislang keinen positiven Befund auf die Tierkrankheit ergeben. Das Risiko einer Ausbreitung sei im Gebiet von Ludwigslust-Parchim dennoch sehr hoch. Wasservögel blieben über längere Zeit symptomlos, so dass sich der Virus unbemerkt ausbreiten könne.

Bei der Mecklenburger Landpute gilt bereits Stallpflicht

Der Geflügelbetrieb Mecklenburger Landpute hatte bereits Vorsorgemaßnahme gegen die Seuche getroffen, sagt Geschäftsführer Armin Kremer. Die Vögel sind in den Ställen und Wintergärten und werden nicht mehr auf die Freiflächen herausgelassen.

„Wir haben uns entschlossen das Risiko zu minimieren und die Tiere vor Kontakten mit Wildvögeln abzuschirmen. “
Armin Kremer, Geschäftsführer Mecklenburger Landpute

Mecklenburger Landpute musste diese Vorsichtsmaßnahme eigens bei den Behörden genehmigen lassen, weil genügend Auslauf eigentlich vorgeschrieben ist. Ein Befall großer Ställe mit der Vogelgrippe wäre nicht nur eine wirtschaftliche Katastrophe, sondern unzählige Tiere müssten zwangsgekeult werden. Bei einer Ausbreitung der Krankheit rechnet Kremer mit Auswirkungen auf Fleisch- und Eiermarkt. "Falls die Krankheit auch Legehennenbetriebe trifft, deren Tiere langlebiger sind, dann wird dies auch die Lebensmittelpreise beeinflussen", sagt Kremer.

Kremer erinnert sich, dass man bei der Mecklenburger Landpute das letzte Mal im Jahr 2013 zu solchen Maßnahmen, wie der Aufstallung, greifen musste. „Die Infektionsgeschehen ist aktuell äußerst bedenklich und kann zu einem echten Problem werden“, so Kremer.

Ansteckung auf Hof-Teichen

Die Veterinäre des Kreises mahnen vor allem private Geflügelhalter zur Vorsicht. Wie in der Vergangenheit seien besonders die privaten Tierhaltungen betroffen, wie die jüngsten Beispiele auf Rügen zeigten. Eine besondere Rolle spielen fast immer Teiche auf Gehöften. In einer solchen Gefährdungslage soll jeder mögliche Kontakt zu Wildvögeln und insbesondere zu wildlebenden Wasservögeln unterbunden werden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt Kleinhaltern in der gegenwärtigen Zeit der Zugang des Hausgeflügels zu den Wasserstellen verhindert werden und Teiche und ähnliche Wasserstellen möglichst abzudecken, um sie für Wildvögel unattraktiv zu machen.