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Eine Halle voller Chancen So viele Traumjobs wie nie präsentiert

Von HKAM | 23.02.2014, 17:25 Uhr

Ausstellerrekord beim Berufsstartertag in der Parchimer Stadthalle / 55 Unternehmen präsent / Rund 200 Besucher informierten sich über Jobs

Die Kreisstadt als Messestadt: Erst Hochzeitsflair, dann Berufsstartertag. Zur 18. Auflage hatten AOK und VR Bank als Veranstalter erstmals in die Parchimer Stadthalle eingeladen. „Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden“, freute sich VR-Geschäftsstellenleiter Günter Schulze. 200 Besucher wurden am Sonnabendvormittag offiziell gezählt. Darunter waren auch etliche Eltern, die mit ihren Sprösslingen gemeinsam nach dem Traumjob suchten. Ihnen boten sich 55 Aussteller dar – so viele wie nie zuvor beim Berufsstartertag. Mit launigen, informativen Ansagen und Interviews führte Event-Moderator Dennis Müller (AOK) durch das Angebot. Fragebögen der Veranstalter sollen in der Nachbereitung zutage fördern, ob es künftig beim Veranstaltungstag und der Uhrzeit bleiben soll sowie andere Verbesserungsvorschläge aufgreifen.

Die Jagd nach Auszubildenden ist längst eröffnet. Die Schulen liefern immer weniger Absolventen. Auch das Niveau der Schulabgänger sei gesunken, die Ausbildungsreife lasse zu wünschen übrig, bemängeln gleichermaßen Betriebe, Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer und die Innungen. „Manchmal müssen wir erst Aufgaben leisten, wie zu Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit und Ehrlichkeit erziehen, bevor wir zum Fachlichen kommen können“, klagte ein Ausbilder, der ungenannt bleiben wollte. Der Altersdurchschnitt der Belegschaften steigt zusehends. Manche Betriebe können es sich an den Fingern einer Hand ausrechnen, wann ein großer Anteil ihrer Mitarbeiter in Altersteilzeit, den Frühruhestand oder in Rente geht.

Das medienhaus:nord, in dem die Parchimer Zeitung erscheint, informierte über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten. Geschäftsstellenleiterin Nocole Boldt sowie Stephanie Karge und Tara Gottmann standen Rede und Antwort. Die D&W-Firmengruppe (Parchim/Zachow) mit 150 Beschäftigten bietet 17 Ausbildungsplätze für Metallbauer, vom Feinwerkmechaniker (Zerspanungstechnik), über den Metallbauer (Konstruktionstechnik) bis zum Dualen Ingenieurstudium in Zusammenarbeit mit der Uni Wismar. „Wir treiben einen erheblichen Aufwand und bieten gute Chancen für eine Übernahme“, erzählt Ausbildungsleiter Norbert Schultz (58). Doch nicht immer gelingt es, Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Das Spornitzer Van-der-Valk-Landhotel beispielsweise konnte in der jüngsten Bewerbungsrunde nicht einen einzigen Schulabgänger für einen seiner Ausbildungsplätze (Koch/Köchin, Hotel- oder Restaurantfachfrau/-mann) registrieren. Das Desinteresse bei der Berufsstartermesse enttäuschte ebenfalls. Händeringend sucht auch die Bundeswehr nach Bewerbern, die sich für einen freiwilligen Wehrdienst interessieren. Bis zu 23 Dienstmonate sind möglich. In dieser Zeit steigt der Wehrsold von fast 800 auf rund 1150 Euro monatlich, was zum Teil deutlich über den Ausbildungsvergütungen anderer Branchen liegt.

In Ganzlin ist das Zentrallager der Fries GmbH mit 70 Beschäftigten ansässig (www.fries24.de). Zusammen mit den anderen acht Standorten kommt der Fachmarkt für Handwerker (Bauelemente, Plattenwerkstoffe, Fenster, Haustüren, Fußböden, Holzbau) auf eine Belegschaft von 500 Mitarbeitern. Als Ausbildungsberufe bietet er Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel sowie Fachkraft für Lagerlogistik an. Heino Räder war nach seiner Ausbildung übernommen worden, hat es inzwischen zum Lagerleiter und Disponenten gebracht und stand mit seinem Kollegen Tino Weigelt Rede und Antwort. Imke (14) aus Broock besucht die 8. Klasse der Regionalschule Lübz und weiß schon vor ihrer Mittleren Reife, wie ihr Traumberuf heißt. „Ich will Medizinische Fachangestellte werden.“ Vorbild ist ihre Mutter, die in der Parchimer Asklepios-Klinik Krankenschwester war und jetzt das erste Semester des Studiengangs „Pflegemanagement“ hinter sich hat.