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Parchim So soll die neue Goetheschule aussehen

Von Christiane Großmann | 11.08.2020, 16:10 Uhr

Pläne für Schulneubau in der Regimentsvorstadt vorgestellt. Realisierung wird um die 20 Millionen Euro kosten.

"Diese Schule wird eine tolle Nummer. Klasse durchdacht, klasse Lernbedingungen." Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Andreas Scharfschwerdt, ist begeistert. Zum ersten Mal wurden konkrete Pläne für den Neubau der Regionalen Goetheschule präsentiert. Das geschah auf einer gemeinsamen Sitzung des Stadtentwicklungs-, Finanz- sowie des Kultur- und Sozialausschusses. So konnten drei Fachgremien zeitgleich auf den neuesten Stand gebracht werden. In der Schule mit spezifischer Kompetenz lernen künftig auch Schüler mit den Förderschwerpunkten Hören, Sehen sowie körperlich-motorische Entwicklung.

Schulhaus in der Wallallee platzt aus allen Nähten

Die Regionale Goetheschule soll in der Regimentsvorstadt eine neue Heimat bekommen. Damit werden zugleich neue Raumkapazitäten für die Grundschule geschaffen, die sich mit der weiterführenden Bildungseinrichtung noch ein Gebäude in der Wallallee teilt. Das platzt aus allen Nähten. Möglichkeiten für eine Erweiterung am Standort gibt es nicht. Von der Auftragsvergabe der Stadt an die Arbeitsgemeinschaft Buttler & Brenncke Architekten aus Rostock und Schwerin im Januar bis zur Abgabe des Bauantrages in dieser Woche beim Landkreis vergingen keine sieben Monate. Die waren zudem von der Coronakrise überschattet. Im März stiegen die Fachplaner der Firma emutec aus Neubrandenburg mit ein. Baustart soll nächstes Jahr sein. Als realistischer Termin für die komplette Fertigstellung wird der Sommer 2024 ins Auge gefasst.

Unterricht in voll klimatisierten Räumen

Bis Ende 2023 müssen allerdings alle geförderten Leistungen erbracht und abgerechnet sein, da dann der Abrechnungszeitraum für die europäischen Fördermittel endet. Die neue 'Schule der Zukunft' für etwa 350 Lernende kommt als kompakter Bau in Backsteinoptik daher. Zum Einsatz sollen nachhaltige, strapazierfähige, langlebige Materialien kommen. Im Erdgeschoss werden unter anderem Mensa, Lehrküche sowie eine große Freifläche für Veranstaltungen angeordnet. Im ersten und zweiten Obergeschoss haben Klassen- und Fachräume ihr Domizil. Obendrauf kommt ein Funktionsgeschoss für die gesamte Belüftungstechnik, aber auch mit weiterer Raumkapazität. Um für die Schüler optimale Lern- und Lebensbedingungen zu schaffen, setzen die Planer auf eine mechanische Lüftung und vollklimatisierte Räume. Hitzefrei gibt es in der neuen Goetheschule also nicht mehr. Eine hohe Aufenthaltsqualität sollen der große Vorplatz sowie der Pausenhof unter anderem mit Spielbereichen, Möglichkeiten zum Auspowern, einem grünen Klassenzimmer, Schulgarten oder Graffitiwand bieten. Der vorhandene Baumbestand in diesem Bereich wird in das Konzept mit eingebunden.

Bausumme sorgte für allgemeine Schockstarre

Das alles hat seinen Preis. Allgemeine Schockstarre herrschte zunächst im Raum, als heraus war, dass diese Schule nicht unter 20 Millionen Euro zu haben ist. Die aktuelle Kostenplanung vom Klinker bis zur elektronischen Tafel – also inklusive Ausstattung – liegt jetzt bei einer Summe von etwa 22 Millionen Euro. Dieser Fakt brachte Bürgermeister Dirk Flörke den Vorwurf von Stadtvertretern ein, zu spät damit herausgerückt zu sein, dass die im Doppelhaushalt veranschlagten Mittel von 11,2 Millionen Euro, davon 7,2 Millionen Euro als Förderung, hinten und vorne nicht reichen. Das zeichnete sich seit Ende April ab. Die Stadt hielt dagegen, dass man im Hauptausschuss über die Kostenentwicklung gesprochen habe.

Verlässliche Zahlen liegen seit Freitag im Rathaus vor

Die letzten Unterlagen und damit konkrete, verlässliche Zahlen hätten am Freitag im Rathaus vorgelegen. Flörke: „Das hier ist ein aktueller Planungsstand. Es gibt nichts zu beschließen. Wir wollen informieren und sind frühzeitig dran. Wir wollen gemeinsam etwas für Parchim hinbekommen.“ Die Anspannung im Raum löste sich ein wenig, als Stadtkämmerer Bernd Nehring sagte, dass man weiterhin von einer 75-prozentigen Förderung des Vorhabens ausgeht.

Arbeitsgruppe trifft sich bereits am Mittwoch

Noch am Abend wurde für diesen Mittwoch ein erstes Treffen der Ausschussvorsitzenden Andreas Scharfschwerdt (Stadtentwicklung), Pierre Niezurawski (Finanzen), Dr. Sebastian Langer (Bildung, Soziales) mit der Sachgebietsleiterin für Hochbau Maren Niemann sowie den für Schulen und Finanzen zuständigen Fachbereichsleitern Dirk Johannisson und Bernd Nehring vereinbart. Auf den Weg gebracht werden soll die weitere Verfahrensweise zur Absicherung der Finanzierung des Vorhabens. Die Planer haben bereits "Abwurfszenarien" zur Kostenreduzierung mitgeliefert. Die Entscheidung liegt in der Hand der Stadtvertreter. Als Vertreter der künftigen Nutzer fühlte sich Goetheschulleiter Peter-Michael Dreeser hervorragend in alle bisherigen Etappenschritte einbezogen. Seine Meinung:

„ Aus heutiger Sicht ist dieses Projekt substanziell und perspektivisch das Beste, was wir für die Bildung unserer Kinder tun können und um jungen Lehrernachwuchs an Parchim zu binden.“
Peter-Michael Dreeser, Schulleiter