Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Parchim/Schwerin Große Sparkassen-Fusion nimmt erste Hürde

Von Armin Kung | 17.08.2020, 15:45 Uhr

Nach der Zustimmung des Haushaltsausschusses rückt die Sparkassen-Fusion näher

Klares Votum dafür: Die Sparkasse Parchim-Lübz soll in der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin aufgehen - das empfahlen die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschuss des Landkreises Ludwigslust-Parchim dem kommenden Kreistag. Das Fusionprojekt erhielt große Zustimmung. Bei der Abstimmung gab es keine Gegenstimmen, nur zwei Enthaltungen bei den Linken. Damit rückt die nächste Sparkassen-Fusion im Land einen großen Schritt näher.

Fusion ab Januar 2021

Niedrige Zinsen, Onlinebanking statt Filialbesuche und der demografische Wandel sind nur drei Probleme, die die Sparkassen wirtschaftlich unter Druck setzen.

Dem Kreistag wird deshalb durch den Ausschuss nahegelegt, dass die Sparkasse Parchim-Lübz mit dem 1. Januar 2021 in die Trägerschaft der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin übergehen wird. Das Haus soll Vermögen, Eigenkapital und Schulden von Parchim-Lübz übernehmen. Der fusionierte Sparkassenzweckverband würde damit in alle Rechte und Pflichten der bisherigen Träger eintreten.

Die Anteilsverhältnisse der Träger verteilen sich wie folgt: 40 Prozent Landeshauptstadt Schwerin und 60 Prozent Landkreis Ludwigslust-Parchim. Schwerin, Parchim und Hagenow sollen als herausgehobene Standorte dauerhaft erhalten bleiben.

Filialen unerwähnt

Sowohl die Fusionsvereinbarung zwischen dem Landkreis und der Landeshauptstadt als auch der Entwurf des „öffentlich-rechtlichen Vertrags“ gehen nicht namentlich auf die Zukunft der Filialen ein. Bei einer außerordentlichen Sitzung der Parchimer Stadtvertreter sagte Joachim Ziegler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Parchim-Lübz, dass ein „Abbau des Angebots“ nicht ausgeschlossen sei.

Personalabbau mittelfristig anvisiert

Mit der Fusion werden auch Mitarbeiter, Filialen und Konten übernommen. Laut Übernahmevereinbarung sollen durch die Fusion keine Sparkassen-Mitarbeiter entlassen werden. In dem Papier heißt es: „Betriebsbedingte Kündigungen sind im Zusammenhang mit der Fusion ausgeschlossen.“

Dennoch erhoffen sich Politik und Sparkassen durch die Fusion eine finanzielle Entlastung beim Personal. Im Kreis-Finanzausschuss wurde erklärt, dass zwar keine betriebsbedingten Kündigungen vorgenommen werden, aber die Stellen pensionierter Mitarbeiter nicht nachbesetzt werden. Die Bedeutung der Sparkasse als regionaler Arbeitgeber könnte damit sinken.

Parchim-Lübz verliert Namen

Die Sparkasse Parchim-Lübz soll im Zuge der Fusion mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ihren Namen verlieren. Das sehen der Beschluss und der Fusionsvertrag vor. Der Name nach der Fusion soll „Sparkasse Mecklenburg-Schwerin“ lauten. Ein neuer Name, der den Zusammenschluss repräsentiert, ist nicht vorgesehen. Wie bei der Fusion der Sparkassen Ludwigslust und Schwerin, müssen sich die Kunden von Parchim-Lübz mit der repräsentativen Bezeichnung „Mecklenburg“ zufrieden geben.

Parchim, Lübz und Sternberg geben Beteiligung ab

Durch die Übernahme verlieren die Städte Parchim, Lübz und Sternberg ihre Beteiligung am Zweckverband der Sparkasse. Die Beteiligungen gehen an den Landkreis über. Die Stimmen der östlichen Regionen Mecklenburgs sollen trotzdem weiter gehört werden, zumindest bis 2026. Vertreter der drei Städte sollen zudem im Beirat der neuen Sparkasse sitzen.

Der Kreistag Ludwigslust-Parchim kommt am 20. Oktober wieder zusammen und wird über die Fusion abstimmen.