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Schmausen zum Fest Schuppenwild fürs Weihnachtsfest

Von Wolfried Ptzold | 18.12.2017, 05:00 Uhr

Rund 10 000 prächtige Karpfen sind in Teichen herangewachsen. Naturnahe Aufzucht liegt im Trend. Ostsee-Schnäpel immer beliebter

Spätestens wenn sie Fridolin und Co. im Käscher haben, kommen die Fischer Guido Thies und Helmut Kißling in vorweihnachtliche Stimmung. „Prächtige Karpfen gehören zum Fest nun einmal dazu. Da geht es Fischern nicht anders als den meisten Mecklenburgern“, meint Guido Thies der seinen Beruf mit Leidenschaft ausübt und ihn schon in der elften Generation fortführt. Vor mehr als 25 Jahren hat er das traditionsreiche Fischereiunternehmen Bimes in private Hände übernommen. Dazu gehört auch die Teichanlage in Frauenmarkt bei Friedrichsruhe. Sie wurde einst von Mönchen angelegt, die die rund 1000 natürlichen Zuflüsse und das klare Wasser für die Fischzucht nutzten.

Die schlachtreifen Weihnachtskarpfen, die vor allem in Bimes-Teichen nahe Wismar (Gröningsgarten) aufgezogen wurden, kamen im Herbst als Dreisömmrige nach Frauenmark, um im edlen Quellwasser zur Ruhe zu kommen. „Für Karpfen war es ein gutes Jahr. Sie wachsen bei uns naturnah auf, bekommen kein zusätzliches Futter und sind dann auch nicht fett. Es ist ein Festtagsbraten, wie ihn sich unsere Kunden wünschen“, ist sich Guido Thies sicher. Hinzu kommt die Direktvermarktung an den Teichen vor Ort. Vor und zwischen den Festtagen können sich die Kunden hier montags bis samstags von 8 bis 16 Uhr die Fische aussuchen. „Und auch am 24. und 31. Dezember sind wir bis zum Mittag auf Nachzügler eingestellt. Keiner soll leer ausgehen“, meint der Chef. Darüber hinaus sind die frischen Karpfen auch in Dümmer, Godern und Leezen an den bekannten Verkaufspunkten erhältlich.

Morgen macht sich Guido Thies in besonderer Mission mit 50 Kilo Karpfen auf den Weg nach Schwerin. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, für eine Kinder- und Jugendeinrichtung Karpfen zum Fest zu spenden“, ist dem 65-Jährigen wichtig.

Und selbst für Kunden, die eine Alternative zum Karpfen auf den Festtagstisch bringen möchten, gibt es in Frauenmarkt etwas Besonderes. Ostsee-Schnäpel werden hier seit einigen Jahren in einer Aqua-Kultur aufgezogen. „Dieser Fisch wird immer beliebter. Sogar in der Schweiz haben wir Kunden. Für Gourmet-Freunde gibt es bei uns sogar Gold-Schnäpel“, macht Guido Thies neugierig. In Frauenmark wurden in diesem Jahr schon acht Tonnen Ostsee-Schnäpel vermarktet.