Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Ziegendorf „Posse aus dem Tollhaus“

Von KFRI | 23.08.2019, 05:00 Uhr

Wahlprüfungsausschuss beauftragt Wahlausschuss mit Nachprüfung der Stimmen / Für Sitzung wird Mitglied aus Krankenhaus geholt

Am Mittwoch tagte der Wahlprüfungsausschuss in Ziegendorf ein zweites Mal. Grund war die Überprüfung des Wahlergebnisses der Bürgermeisterwahl und der Wahl der Gemeindevertreter am Montag. Dabei hatten die Mitarbeiter des Amtes Parchimer Umland für beide Wahlen eine Abweichung festgestellt (SVZ berichtete).

Kommunalwahl in Ziegendorf: Wolfgang Mohr hat nur noch eine Stimme mehr

Wolfgang Mohr von der Aktiven Wählergemeinschaft Ziegendorf (AWGZ) hat mit 194 Stimmen nun nur noch eine Stimme mehr als Gegenkandidat Hans-Jörg Lüschen von den Bürgern für Ziegendorf (BfZ), der 193 Stimmen erhielt. Außerdem muss ein Mitglied der BfZ seinen Sitz in der Gemeindevertretung räumen, weil ein anderes in Wahrheit mehr Stimmen erhielt. „Der Wahlprüfungsausschuss musste nach diesem Ergebnis offiziell den Wahlausschuss mit einer Überprüfung des Wahlergebnisses beauftragen, so schreibt es das Kommunalrecht vor“, erklärte Hubertus Ritter von Kempski (AWGZ), Vorsitzender des Wahlprüfungsausschusses. Der Wahlausschuss zählt also die Stimmzettel noch einmal.

Bürgermeisteramt in Ziegendorf: Stimmen werden neu ausgezählt

Die AWGZ holte eines ihrer Mitglieder im Wahlprüfungsausschuss für die Sitzung extra aus dem Krankenhaus. „Sonst wäre der Ausschuss nicht beschlussfähig gewesen“, so von Kempski. Mit allen sieben Mitgliedern empfahl der Ausschuss den Gemeindevertretern, die Einsprüche der Bürger gegen das Auszählungsverfahren nach der Wahl zuzulassen. „Die Einsprüche gegen den Kandidaten Mohr, er hätte am 26. Mai vor dem Wahllokal noch für sich geworben, sollen abgelehnt werden“, erklärte von Kempski.

Auf die Gemeindevertreter wartet am 28. August um 19 Uhr eine schwierige Sitzung. Weil wegen der Einsprüche bisher kein Bürgermeister ernannt wurde, konnte für dessen Platz in der Gemeindevertretung kein Kandidat seiner Liste nachrücken. Jetzt haben AWGZ und BfZ je vier Stimmen. „Wenn keine Entscheidung herbeigeführt wird, zieht die Kommunalaufsicht die Sache an sich“, erklärte von Kempski „Die Bürger haben aber ein Recht auf eine Entscheidung, um diese Posse aus dem Tollhaus zu beenden.

Ziegendorf: Mohr muss sich gedulden, Lüschen führt die Geschäfte